Ausgabe 
(19.9.1883) 75
 
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wird eine Stunde, und wenn gleichzeitig Hängematten oder Bezüge gewaschen werben,1^ Stunden Zeit gegeben.

Nach dem Aufhängen der Wäsche beginnt die Reinigung des Ober- und Baterie-decks mit Sand und Besen, welche unter gewöhnlichen Verhältnissen bis lU /2 Uhr be-endet ist, weil das Schiff bis dahin in Ordnung und für den Tagesdienst vorbereitetsein muß. 6 Uhr 20 Minuten wird die Freiwache geweckt und zehn Minuten späterderen Hängematten an Deck gebracht; eine Viertelstunde später die Hängematten derKadeten von den dazu bestimmten Leuten in die Finknetzen verstaut. Die Zeit bis 7Uhr wird der Mannschaft zur Selbstreinigung, von 77^/., Uhr zum Frühstück gegeben,dann 10 Minuten znm Anziehen der für den Tag befohlenen Kleidung gewährt. 7^/zUhr werden die Kranken in's Lazarcth geschafft und erfolgt die ärztliche Visite. Daraufschreitet die um lp/z Uhr ausgestandene Mannschaft zum reinigen des Zwischendecks undkleidet sich nach Beendigung derselben gleichfalls vorschriftsmäßig an, resp. hängt dieWäsche auf. Um 8 Uhr wird die Flagge gehißt und von 8 Hz bis 9 Uhr ist allgemeineReinigung der Waffen resp. Putzen des Messings rc. und nach Beendigung desselbenwird das Schiff durch Aufräumen, Fegen rc. in den Zustand der höchsten Sauberkeit gebracht.

Es wird Vielen unbegreiflich erscheinen, wie ein auf dem Meere schwimmendesSchiff in 24 Stunden so schmutzig werden kann, daß es täglich einer mehrstündigenReinigung fast durch die ganze Besatzung bedarf. Um dies zu verstehen, muß man dasErzeugen von Nuß durch das Heizen der Kessel rc. und den Grad der erstrebten Rein-lichkeit in's Auge fassen, wie man sich von letzterem in einem Kricgshafen täglich über-zeugen kann. Wo außerdem Hunderte von Menschen auf einem so engen Raum zu-sammengedrängt leben, muß zur Verhütung von Krankheiten vor allen Dingen für Rein-lichkeit und gute Luft Sorge getragen werden.

Um 9 Uhr ist Musterung mit Handwaffen. Dieselbe ist der Appel der Land-truppen und wird dem ähnlich abgehalten. Das Resultat wird dem ersten Offizier vonden betreffenden Abthcilnngs-Ofsizieren rapportirt, und dieser macht die Meldungen anden Kommandanten. Nach der Musterung erfolgt das Signal znmKlar Schig" (Fertigzum Gefecht, Gcneralmarsch) und nachdem die einzelnen Stationen desselben vom Kom-mandanten inspizirt sind, wird an den Geschützen exerziert und alle Manöver dnrch-gcnommen, welche znr Einübung der einzelnen Gcfechtsmomente erforderlich sind.Während desKlar Schiff" übernimmt der Kommandant selbst den Befehl. Das Exer-zieren dauert bis 11 ^ Uhr. Auf das KommandoKlar Schiff" aufhören! werdendie Pulverkammern geschloffen, Geschütze und Handwaffen gereinigt, die Decke gefegt undum 12 Uhr zu Mittag gepfiffen, bei gutem Wetter mitAlle Mann", ausgenommendie Posten, Rudergänger, Maschinisten und Heizer der Wache. Die Offiziere nehmendas zweite Frühstück ei».

Wenn irgend die Umstände es gestatten, erhalten die Leute lst/z Stunden Mittags-ruhe und werden die Dienstfreien nicht gestört. Um 12^ Uhr erfolgt die Ablösungder Posten, um 1 Uhr die Reinigung des Eßgeschirrs und das Fegen des Decks; umIV 4 Uhr wird der Proviant und das Master vertheilt; um 1 H' Uhr ertönt das Kom-mando:Pfeifen und Lunten aus!" Darauf werden die Decke gefegt, die Geschütze ab-gerieben rc.

Von 24 Uhr exerziert die Wache mit Handwaffen resp. werden die schwachen,noch ungeübten Mannschaften am Geschütz ausgebildet, während die Freiwache unbe-schäftigt bleiben darf. Die Takler bessern Schäden in der Takelage aus, schrapenStäugcn und Spieren rc. Um 4 Uhr ist wiederum Wachwcchsel, die Mannschaft kleidetsich für die Nacht um, die Wäsche wird abgenommen, die Kleiderjollcn werden geborgen,die Decke gefegt und das Tauwcrk in Ordnung gebracht. Um 5 Uhr ist Gefechts-mnsterung, bet welcher die Geschütze nachgesehen und für die Nacht entsprechend befestigtwerden, sodann die event, gewaschenen Hängematten in Bezug auf Reinlichkeit inspiziert.