Ausgabe 
(6.10.1883) 81
 
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Nr. 81.

1883.

zur

Äugsimrger PHMimg."

Mittwoch, 6. Oktober

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Der Gpalring.

Roman aus dein Englischen von E. E.

(Fortsetzung.)

Lord Alphington begann in eisigem Tone:Ich schng Ihnen diese Zusommenknnftvor, weil ich dem Worte meines Nechtsanw altes, daß die Beweise gültig seien, vertraute;ich habe die Papiere nun selbst durchgesehen und finde sie so, wie er gesagt hat. In-dessen möchte ich Ihnen noch einige Fragen vorlegen."

Der junge Mann machte eine tiefe Verbeugung.

Sie erinnern sich vermuthlich Ihres Vaters nicht mehr?"

Ganz und gar nicht, Mylord; er starb, als ich noch ein Kind war."

So ist es Ihnen wohl auch unbekannt, daß ich gleich nach dem Tode meinesSohnes, als ich erfuhr, er habe eine Frau und einen Sohn hinterlassen, Nachforschungennach diesen anstellen ließ, aber ohne Erfolg. Können Sie mir hierüber Aufklärunggeben?"

Mr. Fancourt heirathete sehr bald nach seiner Ankunft in Amerika und nahmdann den Namen seiner Frau, welche Sedley hieß, an. Wie Sie in meinem Taufscheingesehen haben werden, bin ich dort unter dem Namen Sedley eingetragen. Nach seinemTode verließ die Wittwe ihren bisherigen Aufenthaltsort und kehrte zu ihren Verwandtennach dem Norden zurück."

Sie sprechen von Ihrem Vater und Ihrer Mutter?" frug Lord Alphington indemselben kalten Tone.

Ja, gewiß, Mylord", erwiderte Fauconrt mit einem Ausluge von Verlegenheit.Der Carl legte ihm noch mehrere Fragen vor, aber in so vornehmer Zurückhaltung,beinahe Strenge, daß Mr. Thomson fast Mitleid mit dem jungen Menschen empfand.

Er hatte vorausgesehen, wie bitter enttäuscht der alte Herr sein werde, aber einesolche Abneigung, wie dieser sie gegen seinen Enkel an den Tag legte, kam ihm dochunerwartet, und er bedauerte es beinahe, die Papiere in Ordnung gefunden zu haben,da er wußte, daß sich dieses Verhältniß auch im Laufe der Zeit nicht günstiger ge-stalten werde.

Fauconrt bemerkte sofort, daß er keinen günstigen Eindruck hervorgerufen habe;dies erschreckte ihn anfangs, da es seine Berechnung zu nichte machte. Er hatte gehört,Lord Alphington sei ein alter, zuweilen recht kränklicher Mann und so glaubte er, einenschwachköpfigen Faselhans, wie er ihn im Geiste zu nennen Pflegte, anzutreffen, mit demer schon bald fertig werden wolle. Und nun fand er anstatt dessen in ihm diesen edlenvornehmen Lord, dessen klarer Verstand und scharfes, durchdringendes Auge ihn ausder Fassung brachte. Es dauerte eine geraume Weile, ehe er seine gewöhnliche Frech-heit wiedererlangte und sich mit dem Gedanken tröstete, daß es für ihn noch viel an-