Ausgabe 
(17.10.1883) 83
 
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jährige Wittwe Busse? Angekl.: Ach Du meiu JE ja, ick bin ja de Busse'n, dearme, dc unglückliche Bussen! Präs.: Sie haben wie es scheint Ihr Leben nicht inEhren verbracht, denn Sie sind nicht weniger als 13 Mal bestraft, und haben den größtenTheil Ihres Lebens in Gefängnissen und Zuchthäusern zugebracht. Angekl.: Meingutester Herr, dat is't ja all' eben! Wenn der liebe Gott nich will, denn kommt derMensch aus de Verschmadderung nich mehr raus, und de Bussen war ccn Unglückskindvon ganz kleen an, und se wird als Unglückskmd nu ooch ins Jras beißen! Präs.: Ihnenscheint aber das Stehlen zur zweiten Natur geworden zu sein, denn kaum sind Sie ausdem Zuchthaus entlassen worden, da haben Sie schon wieder beim Kaufmann Ncumanngestohlen. Angekl.: Ach bester Herr, et war ja man en Bisken Kaffee. Präs.:IhrBisken" Kasse war ein volles halbes Pfund. Angekl.: Mein scheenster HerrPräsident, Sie sind ja so jut, schenken Se's doch ne olle Frau noch mal! So'n BiskenLorke macht doch den Mann janz und jar nich glücklich, und Sie machen sich doch auchnischt draus, ob so'n armes, altes Huhn ins Loch jeht, aber da is es doch so kalt, unddenn 73 Jahre! Nicht wahr, Sie sind so jrundjütig? Staatsanwalt: Den Kaffeekonnten Sie doch am Ende nicht auf einmal verzehren? Angekl.: Mein schönster,süßester, junger Herr, legen Se doch en gnädiges Wort für so'n altes Reff mit ein!O JE, erbarmen Sie sich doch, ct is ja so düster in das olle Gefängniß. Um so'nBisken Kaffee. Wenn man erst so in de Siebzig ist, denn schmachtet man ja nach'nTäsken Warmen und de olle Bnsse'n hat den Kaffee immer so jeruc gedrunken, schonwie se noch dc junge Bussen war, und so Tassener sechse, die schnabbert man ja jernerunter.... Ach JE, erbarme Dir! Mein bester Staatsanwalt, sei'n Se doch manso jut, Se sollen ooch Jlück haben for Ihr janzet Leben un de schönste Frau un de

liebsten Kinder. Sei'n Se doch man so jut! Der Staatsanwalt konnte

diesen intensiven Bitten nicht widerstehen. Er beantragte wegen Entwendung von-waaren nur vierzehn Tage Haft, auf welche der Gerichtshof auch erkannte. MutterBusse knixte noch tiefer, warf dem Staatsanwalt einen regelrechten Kußfinger zu undversicherte ein Mal über das andere:Ich hab's all' immer gesagt: Der Herr Jerichts-hof is jar nich so böse, wie er aussieht!"

Warum willst Du denn eigentlich aus meinen Diensten gehen?"Wenn iches aufrichtig sagen soll, gnädiger Herr, weil ich Ihren Zorn nicht ertragen kann."Ach, mein Zorn! Kaum ist er da, so ist er auch schon wieder weg."Ja, aberkaum ist er weg, so ist er auch schon wieder da!"

(Arg verändert.)Hcrjott, mein lieber Schulze, wie geht es Ihnen? Ichhabe Sie ja so lauge nicht geseh'n .... aber nee, haben Sie sich verändert, mankennt Sie ja kaum wieder."Entschuldigen Sie, mein Herr, ich heiße gar nichtSchulze."Jroßartig, Schulze 'heeßen Sie..och nich mehr!"

(S ch arfbli ck.) Johann, wie kauiU,M mir denn, eine Hose mit ganz zerrissenenTaschen bringen?"Ich dachte mir:-HM'-mZ schon der 5. und da stecken der HerrLieutenant doch nichts mehr ein."

R ii.t h s el.

Einsilbig ist's und eins von den Metallen.

Versetz' Buchstaben dann, das Spiet wird dir gefallen;

Ein zweites Wort entsteht und wird dein Forschen lohnen;Es nennt die Hatte dir, in der die Seelen wohnen.

Ein Drittes finde noch, dann ist's dir ganz gelanget!:

Es schneidet scharf und lies, von kräst'ger Hand geschwungen.

Auslosung des Räthsels in Nr. 82 :Wort Gottes."

Für die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLitcrarischen Instituts von vr. Max Huttler .