Ausgabe 
(20.10.1883) 84
 
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ist doch der entschiedenste Fortschrittlcr unseres Jahrhunderts. Konstantinopel kann ichnicht schildern, noch die Herrlichkeiten, die uns der Sultan heute durch einen Adjutantenin seinen Palästen in Dolmabagdsche und dem alten Serail zeigen ließ. Auch dieSovhienkirche und das Janitscharenmuseum, die tanzenden und die heulenden Derwische,Skutari und die Prinzeninsel all das, was wir theils gesehen haben, theils nochsehen sollen, gehört nicht hierher. Eins aber wollte ich: das Zwischendeck des Lloyd-dampfers, der uns von Varna hierher brachte, welches mit türkischen Auswanderern allerClassen, Altersstufen und Geschlechter vollgepfropft war möchte ich so schildern können,wie es Andreas Achenbach malen würde, wenn er es in seinem Leben je gesehen hätte»Farbenprächtigen Schmutz gibt es doch nur im Orient.

Wenn wir nun heute alle so frisch sind wie vor acht Tagen und ohne eine SpurvonNerven" unermüdlich in Konstantinopel auf der Jagd nach Sehenswürdigkeitensind, so danken wir das einzig den vollendeten Einrichtungen der neuen Wagen, der überalle Beschreibung vortrefflichen Verpflegung in Speise und Trank (alles eigene Regie derGesellschaft) und, was schließlich noch mehr und dnukeswerther, der ausgezeichneten Liebens-würdigkeit und Gastfreundlichkeit unserer Wirthe, die sich ein ewiges Denkmal in derErinnerung aller Mitreisenden gesetzt haben, dein von Paris an bei uns gewesenenDirector Nagelmakers und Generalsekretär Le Chat, wie sämmtlichen Vertretern derLompa-Auie Internationale cles JVa^ons-lits. (Köln . Ztg.)

Miseellen.

(Uebertrumpft.) Zwei polnische Juden sind von einem Kaufmanne gelegentlichder Leipziger Messe znm Essen eingeladen. Dem einen Juden entfällt beim Dessert dersilberne Löffel; er hebt ihn auf steckt ihn aber da es nicht bemerkt wurde inseinen Stiefelschaft. Der andere Jude hatte dieß aber bemerkt und hätte auch gerneinen silbernen Löffel. Beim Abschiede dankte er dem Gastgeber für freundliche Auf-nahme und gute Bewirthung und sagte demselben, er wolle ihm noch einen kleinen Spaßmachen, er sei ein Taschenspieler. Er nimmt den silbernen Löffel, steckt ihn in dieTasche seines Kaftans, klatscht in die Hände,eins, zwei, drei" und sagt:Jetzt istder Löffel im Stiefel meines Kollegen." Jedermann lacht, denn der Löffel wirdnatürlich am bezeichneten Orte gefunden. Schmunzelnd entfernt sich der Jude mit seinemverdutzten Kollegen.

(Eine Ente.) Ein Journalist trat an einen Bach und begann sich zu entkleiden.Schwimmt bei Seite," rief eine alte Ente ihren jüngeren Schwestern zu:Papa willhaben."

(Die fünf Sinne eines Engländers) heißen: Gold, Spleen, Dampf, Beef-steak, Kontinent.

(Das Stutzschwanzerl.) A.:Entschuldigen Sie, das nette Stutzschwanzerkgehört gewiß Ihnen?" B:Bitte, das g'hört dem Huuderl."

Fürst:Ich habe schon sehr viele Virtuosen gesehen, sehr viele; aberVirtuos:O, Hoheit!" Fürst:Aber so geschwitzt hat noch keiner, wie Sie."

Räthsel»

Du hörst's getrenntJ»> Parlament

Ton Rednern groß nnd klein'

Doch uiigetrennt,

Da ist's vergönntDem Richter nur allein.

Auslosung des Räthsels in Nr. 83:Blei. Leib. Beil." __

Für die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag deSLiterarischen Instituts von Dr. Max Huttlcr.