das Licht anzünden mußte. Die meisten Comptoire, Bureaux, Schulen rc. wurden ge-schlossen, und alles begab sich nach Hause. Das Getöse der Eruption dauerte immerfort, und die Dunkelheit hielt an; es fiel ein Aschenregen, und die Luft ließ am öst-lichen Horizont einen seltsamen mattgelbcn Rand wahrnehmen. Bald trafen auch Tele-gramme aus Scrang in Bantam ein, welche meldeten, daß das chinesische Lager zuPoelve Mcrak von der Hochfluth fortgerissen sei. Wie sich später herausstellte, wardas ganze Etablissement zu Mcrak (große Steingrubcu) auf Bautams Nordküste ver-nichtet. Westlicher als Serang befand sich keine telegraphische Verbindung. Der Drahtnach Auser war zerstört, ebenso der nach Tclok Betong. Was ging dort vor in derUmgebung der Sundastraßc? Niemand wußte es; aber Jeder befürchtete das Schlimmste.Um 1 Uhr wurden diejenigen, die noch in der untern Stadt geblieben waren, durch dieHochfluth überrascht. Alles ergriff die Flucht, und glücklicherweise hatten wir hier keinMenschenleben zu beklagen. Die Fluth stieg eine Elle hoch und setzte viele Kähne, jaselbst ein kleines Dampfschiff auf den Damm des Hafencanals; die Erscheinung wieder-holte sich noch öfters im Laufe des Tages. Dazwischen war es empfindlich kalt geworden;das Thermometer war um fünf Grad gefallen; das Barometer schwankte den ganzenTag. So ging der Mittag vorbei, und gegen Abend langte in rascher Folge die Hiobs-posten an, die uns die greuliche Verwüstung, durch das Erdbeben und die Hochfluthangerichtet, schilderten. Aus der ganzen Umgegend trafen Berichte ein, daß Brückenfortgerissen, Häuser eingestürzt und viele Menschen umgekommen seien. Die Nacht ver-ging ruhig; am Dienstag vernahmen wir die gänzliche Zerstörung Unsers und derübrigen bereits genannten Ortschaften. Ganz Bantam hat den Gnadenstoß erhalten.Alles liegt unter der vulkanischen Asche begraben. Die Thiere haben kein Futter mehr.Die Eingeborenen aber sind von Fanatismus besessen, und schreiben die Ursache derKatastrophe der Behandlung ihrer Glaubensgenossen in Atchin zu. Die Europäer sinddort kaum ihres Lebens sicher.
Außer diesem allgemeinen Bericht, der sich hauptsächlich auf das in Batavia Erlebteund Empfundene beschränkt, enthalten die indischen Blätter ganze Spalten voll interessanterund ergreifender Episoden über die Schicksale einzelner Personen und Familien. Einigesdavon wollen wir noch wiedergeben.
Von Tclok Betong kam ein Schiff mit der Nachricht, daß der Ort nicht von derLandseite zu erreichen sei. Der Controleur Bayerinck mit Frau und Kindern sind mit-gekommen, mit schweren Brandwunden bedeckt. Die Bevölkerung ist sehr aufgeregt; derControleur mußte, um nicht ermordet zu werden, versprechen, Reis zu senden. In demCampong'schen Districte herrscht Anarchie. Die noch lebenden Europäer sind in großerGefahr. Drei Meilen landeinwärts ist alles verwüstet; von dem herrschenden Elendkann man sich keinen Begriff machen. Man fand Tausende von Leichen ini Wassertreibend. Eine andere Nachricht lautet: „Nach Berichten von Schissen, die aus derSundastraßc angekommen sind, trieben am Eingang der Straße so viele Leichen umher,daß ein Schiff dadurch in der Weiterfahrt behindert wurde. In Anjer waren zu wenigHände, uin die Leichen zu begraben, so daß unerträgliche Miasmen sich verbreiteten."Officicll wird berichtet von dem Residenten von Batavia unterm 31. August: „VorgesternAbend zu Mauk angekommen. In vielen Orten große Verwüstungen gefunden. Täglichwerden die Trümmerrcste der Häuser untersucht; schon ca. 900 Leichen gefunden undbegraben. Leute unwillig zur Arbeit, ohne Aufsicht aus Raub bedacht. GänzlicherMangel au Nahrungsmitteln." Aus Kramat wird dein „Allgm. Dagbl." geschrieben:„Einer der Ersten, welcher dem Residenten Bericht über das Unglück brachte, war- derHerr Jacob Deurwaarder. Als das Wasser stieg, sprang er in einen Wagen und fuhrim Galopp davon. Von der Flnth überholt, wurde er gegen einen Baum geschleudert,der widerstand und den: er seine Rettung zu verdanken hat." Ebenso erging es Andern.Ein vr. Dilliö von Unser lag bei dem Hereinbrechen der ersten Flnthwelle am Morgen