Ausgabe 
(31.10.1883) 87
 
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wäre es unklug von ihm, sich gleich von vornherein in so große Ausgaben zu stürzen;dieses Haus wäre recht passend."

Ich glaube nicht, daß Mr. Douglas sich überhaupt nach einem Hause umsieht",cntgcgnetc Bertha verlegen,da er im Begriffe steht, auf längere Zeit zn verreisen."

Zu verreisen? Ohne Dir einen Antrag gemacht zu haben!" rief Mrs. Daltonmit vor Acrger geröthetem Antlitze aus.Ju meinem Leben habe ich nichts so unehren-haftes gehört; er machte Dir ja auffallend den Hof. Jedoch fürchte ich, es ist Deineeigene Schuld, Bertha, Du hast Deine Schlingen schlecht gestellt."

Es fiel mir nicht ein, Schlingen zu stellen", antwortete Bertha empört. Siewollte ihrer Mutter den Antrag, welchen Douglas ihr gemacht, sowie dessen Warnungin Bezug auf Faucourt verschweigen; letztere wäre auch ganz nutzlos gewesen.

Er darf so nicht weggehen, entschied Mrs. Dalton, nachdem sie sich in Gedankendie Sache zurccht gelegt hatte.Ich werde ihm schreiben und ihn zum Diner einladen."

Bitte, thue das nicht, Mama", bat Bertha. Mr. Douglas und ich versteheneinander vollständig, mache Dir deshalb keine Sorgen. Wir werden nie mehr als guteFreunde sein."

Wurde wohl je eine Mutter so behandelt wie ich", klagte Mrs. Dalton, ihrBattisttuch an die Augen drückend.Da habe ich nun Tag und Nacht Pläne ent-worfen, ivie Ihr Euch am Behaglichsten einrichten könntet, und nun redest Du vonbloßer Freundschaft. Soll mau da nicht böse werden. Ich bin überzeugt, daß es nureine kleine Ermuthigung Deinerseits bedurft hätte, ihn zum Sprechen zu veranlassen.Und was könntest Du auch Besseres erwarten? Es ist nicht anzunehmen, daß Du gleichDeiner Schwester eine glasende Partie machen wirst, und Unterricht darfst Du unsererneuen Verwandten wegen nicht mehr ertheilen. Ich weiß in der That nicht, was ichmit Dir anfangen soll, und alles hätte sich so glücklich gestalten können!"

Sie brach in Thränen aus; es war ihr schrecklich, den einen Theil ihres Planesgescheitert zu sehen. Bertha stand blaß und schweigend neben ihrer Mutter, sie kamsich fast schuldig vor, war aber fest entschlossen, nicht nachzugeben.

Acngstlge Dich nicht meiner Zukunft wegen", sagte sie endlich;ich bedaure, nichtDeinen Wünschen gemäß handeln zu können, aber Dir zur Last fallen werde ich dennochnicht. Sir Stephan und Lady Laugley boten mir, als wir im Frühjahre dort waren,au, als Tochter bei ihnen zn bleiben; damals lehnte ich das freundliche Anerbieten ab,weil ich glaubte, Dir unentbehrlich zn sein. Ich weiß, sie wünschen es noch immer.Sir Stephan sagte mir, er werde im Herbste mit Dir darüber sprechen."

Mrs. Dalton putzte die Augen ab ihre Stirne erheiterte sich.

Mir wäre es lieber gewesen, Dich jetzt schon in Deiner eigenen Häuslichkeit zusehe», aber Sir Stephan und Lady Langley bewegen sich in den feinsten Gesellschafts-kreisen, vielleicht bietet sich Dir dort eine günstige Gelegenheit; nur mußt Du Deinelächerlichen romantischen Ideen bei Seite lassen."

Bertha gab keine Antwort, sie war froh, diesen Gegenstand fallen zu lassen. Umferneren Erörterungen vorzubeugen, lenkte sie, die Aufmerksamkeit ihrer Mutter auf dieArbeiten, welche sie im Laufe des Nachmittags für Lena gemacht, und Airs. Dalton,in ihr Liebliugsthema, Lena's Trousfeau vertieft, vergaß für den Augenblick Mr. Dou-glas und ihre Enttäuschung, sowie St. Lawrence und den, in Bezug auf ihn gefaßtenVorsatz.

Einundzwanzig st es Capitel.

Der junge Landschaftsmaler saß an seiner Staffele!, aber obgleich er anhaltenderals in den Sommermonaten zn arbeiten pflegte, war deramerikanische Urwald" dochnicht wesentlich borangeschritten. Von Zeit zu Zeit verfiel St. Lawrence, den Pinselin der Hand haltend, in tiefes Sinnen; dann ermannte er sich plötzlich wieder und malteemsig weiter. Doch gefiel ihm in der Regel seine Arbeit nicht und so putzte er mit