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In der That hatte man die Bergwasser bestens benutzt, um eine Oase in derWüste zu schassen. Der Bach, welcher die Mission durchschneidet, setzte mehrere Mühl-räder iil Bewegung, die zu einer Mahl-, Hobel- und Sägemühle gehören, und wurdesogar dienstbar gemacht, um das Geschäft des Butterns zu »errichten und die Wäschezu besorgen. Diese praktische Art, sich die Naturkräste dienstbar zu machen, hat ihrenEindruck auf das Gemüth der Indianer nicht verfehlt und den Jesuiten das Werk derErziehung bedeutend erleichtert.
Am Nachmittage besuchten wir die von 45 Indianerinnen frequcntirte Mädchen-schule, an der sieben Schwestern vom Orden der heiligeil Vorsehung, meistens Cana-dierinncn, Unterricht ertheilten, und die hier erzielten Resultate waren noch befriedigender,als bei den Knaben. Auch hier zeichneten sich die Mischlinge wieder vor den reinenIndianerinnen aus.
Als wir dem Vater-Superior mittheilten, daß Karl Schurz in unserer Gesellschaftam Morgen durch die Mission gekommen sei, bedauerte er es lebhaft, daß Schurz nichtmit uns gekommen sei, damit er hier sehe, welche Früchte seine Bemühungen für dieCivilisirung des Indianers getragen haben. Karl Schurz hat es als Minister Innerndurchgesetzt, daß man den Vätern Jesu 6000 Dollars im Jahre (d. h. 1^0 Dollarspro Kind bis zur Zahl von 60) zu Schulzwecken unter den Flathead's bewillige, undsicherlich hat der Kongreß niemals eine bessere Geldbewilligung gemacht.
Gegen Abend ritten wir nach dem Zuge Zurück, an mancher Indianer-Farm vorbei,auf der solide Blockhäuser die Stelle des (Wigwams) vertraten und die
Felder wohl eingezäunt waren. Alle Indianer, denen wir begegneten, grüßten freund-lich, gaben sich auch Mühe, uns Rede und Antwort zu stehen und machten einen gutenEindruck. Besonders amüsirte uns eine Familie, aus Vater, Mutter und vier Kindernbestehend, auf vier Pferden. Der Vater und die beiden Acltcstcn hatten jeder ihr Pferd,die Mutter aber trug ihr vorletztes „Pagnse" auf dem Rücken, während das letzte, einWürmchen von kaum drei Monaten, fest in einen Tragkorb eingeschnürt am Sattelkopfehing. —
So schieden wir voll den Indianern. Wir alle gestanden uns, oaß wir auf derFlathead Reservation ein schönes Werk echt christlicher Mission gesehen hätten, und hofften,daß die Bemühungen um die Civilisirung der Indianer, wie sie hier von den Jesuiten betrieben wird, vom schönsten Erfolg begleitet sein mögen."
Himmelsschan im Monat November.
—Mars F ist am 1. mit der Sonne in Quadratur und verweilt von10 Uhr Nachts bis 2 Uhr Nachmittags über dem Horizont; gegen 6 Uhr Morgenskommt Mars in den Meridian, am 20. in die Nähe des Mondes.
Jupiter sz geht auf zwischen 10 Uhr und 8 Uhr Abends und bewegt sich nachdem Sternbilde des Krebses. Am 19 steht Jupiter 6° nördlich vom Monde.
Von seinen Trabanten werden sichtbar verfinstert: der erste am 5., 7., 14., 21.,23., 30.; der zweite am 7., 14., 24.; der dritte am 2., 9., 16.
Saturn H hat am 29. seine geringste Entfernung von der Erde, weil er andiesem Tage in Sonnenopposition tritt, und bleibt die ganze Nacht ain Himmel sicht-bar. Am 2. früh 5 Uhr steht Saturn nur 3° südlich von « Rauri (Aldebaran); am15. Abends 6 Uhr wird er vom Blonde bedeckt, ungefähr eine Stunde nach seinemAufgange in NO.
Vom 13. bis 17. findet ein Sternschuppenfall statt. (Martinistrom.)
Merkur und Venus sind in diesem Monate unsichtbar.