61
FraScati (mit den Ruinen von Tusculum), Grotta Fcrrata, Rocca di Papa, MonteCavi, Marina und Castcll Gandolfo sehr deutlich hervor. Auch 8t. ?r>o!c> kuori lomuru sieht man hier, fast ebenso gut wie St. Peter, also die Gräber beider Apostel.Wie bekannt, liegt die Kirche St. Paul ungefähr Stund vor der korts 8. I'uolosüdlich von Rom, an der Straße nach Ostia ; noch eine starke halbe Stunde weiter abersehen wir drei Kirchen, gemeinhin lru kontuno (die drei Brunnen) genannt. DieserName gebührt aber eigentlich nur einer dieser drei Kirchen und zwar derjenigen, die denPlatz umschließt, auf welchem der hl. Paulus enthauptet worden sei. Nach der römischenTradition soll sein abgeschlagenes Haupt noch drei Sprünge gemacht haben und an jederder drei Stellen, wo cS auffiel, soll wunderbarer Weise eine Wasscrquelle sich geöffnethaben, daher der Name trö kvntuno. Diese drei Brunnen sind noch vorhanden undman trinkt auS jedem derselben. Zu derselben Kirche steht auch die Säule, auf welcherPaulus enthauptet worden sei. Sie ist etwa 4 Schuh hoch, aber oben abgerundet,darum für Exekutionen nicht wohl geeignet. Die Kirche ist i. I. 1590 auf Kosten de-KardinalS Pictro Aldobrandini ganz moderuisirt worden (wcrthlos) und wird gegenwärtigwiederum renovirt. Als wirklich herrlichen Schmuck hat sie bereits eine große antikeMosaik, die vier Jahreszeiten darstellend, als Fußboden erhalten (jüngst aufgegraben inOstia ). — Die zweite Kirche in tro koutuno ist eine Rotunde, 8. Mriu soalu oosligenannt, weil hier der hl. Bernhard, als er' hier wohnte und für die VerstorbenenMesse las, in einer Vision sah, wie die Engel auf einer Leiter (ücgla) vorn HimmelHerabstiegen, um die durch die Fürbitte Mariü auS dem Fegseuer Erlösten zur ewigenSeligkeit zu führen. Das Altarblatt stellt diese Vision Bernhards dar. Neben demAltar führen Treppen in einen untern Raum hinab, in welchem Paulus vor seinerHinrichtung gesessen haben soll. Die Rundkirche ist von Kardinal Farnesc gegen Endedes 16. Jahrh, erbaut und weder schön noch groß. Dagegen ist architektonisch genommendie dritte Kirche sehr interessant, 88. Vinouinio oll -VnaNimi». eine Basilika vonHonoriuS l. im Anfang des 7. Jahrh, errichtet, im Anfang des 13. Jahrh, renovirt.Glücklicher Weise wurde sie in der Rcnaifsancczeit nicht verschönert. Sie ist sehr lang,mit sehr hohem Mittelschiff und zwei sehr niedern Seitenschiffen. Letztere sind gewölbtund auch das Mittelschiff war ursprünglich auf Wölbung angelegt (man sieht jetzt noch,die A nfä nge der Wölbung), dann aber — warum ist unbekannt, begnügte man sich mitSparrenwerk. Das Mittelschiff wird von dicken Pfeilern getragen, und alles ist weißgetüncht ohne allen Schmuck mit der einzigen Ausnahme, daß sich an den Pfeilern dielebensgroßen Bilder der Apostel ul kiosoo befinden, angeblich nach Zeichnungen vonNaphacl gefertigt und schon öfters übermalt. Vor kurzem soll man nur mehr sehrwenig davon gesehen haben; jetzt aber werden sie wieder neu übermalt. Das allcrinte-ressantestc an dieser Kirche waren mir aber die Fenster des Mittelschiffs. Sie sind nochtotal die alten, ungcmcin schmal und mit durchlöcherten Marmorplattcn gedeckt. In denrunden Löchern der Marmorplatten ist dann Glas eingesetzt. So gestaltete man dieKirchenfenster, als das Glas noch so theuer war, und so waren namentlich ehemals auchdie großen Fenster von 8. I'uoio kuori lo muru. Als Hauptreliquicn besitzt dieseKirche das Haupt des hl. Anastasins und mehrere Gebeine des hl. Vincentius. Letzterer,aus Osca in Spanien gebürtig, Priester zu Saragossa, wurde unter Diocletian (Anfangdes 4. Jahrh.) gemartert, Anastasius aber, ein persischer Mönch, im 7. Jahrhundertauf Befehl des persischen Königs ChoSrocs mit 70 andern Christen enthauptet. Da ichgerade am 22. Januar, am Gedächtnißtage der beiden hl. Vincentius und AnastastuSdiese Kirche besuchte, fand ich diese Reliquien auf dem Hauptaltar ausgestellt und trafdabei viele Andächtige, darunter die beiden Erzbischöfe Manning und Merode. DaSdaran stoßende Kloster, von Anfang den Cistercicnsern gehörig, ist jetzt von Trappisteubewohnt. Der Aufenthalt hier ist sehr ungesund, und es fragt sich sehr, ob diese Mönchenicht ebenso rasch wegsterben, wie ihre Vorgänger auS dem Orden dcS hl. Bernhard.