Antiquarischer Briefe eilftcr.
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jüngcrn Merian, welcher ganz von den Worten des Cebcsabgieng, indem er die verschiedenen Umzäunungen in einenschroffen Felsen mit eben so vielen Absätzen verwandelte, unddennoch nichts Perspektivisches herausbringen konnte. SeineFiguren verjüngen sich von unten bis oben: aber perspektivisch?So wie sich die in dem Gemählde des Polygnotus mögen ver-jüngt haben: wo man, von dem Schiffe des Mcnclaus bishinein in die Stadt, noch das Parderfell erkannte, welchesAntcnor über die Thüre seines Hauses, zum Zeichen der Ver-schonung, aufgehangen hatte.
Eilfter Brief.
Es würde eine sehr undankbare Arbeit seyn, alle Stellenlind Beyspiele zu prüfen, die Herr Klotz zum Behuf seinerguten Meinung von der Perspcktiv der Alten, dem Caylus ab-borgt, oder aus den Schätzen seiner eigenen Bclesenhcit beyzu-bringen vorgiebt. Nur von einigen, ein Wort.
Was für eine perspektivische Anordnung kann Caylus inder Aldrovandinischen Hochzeit gefunden haben? Sie hat höch-stens keine Fehler gegen die Perspcktiv: weil sich der Meisterkeine Gelegenheit gemacht hatte, dergleichen zu begehen. Erhat alle seine Personen nach der Schnur neben einander gestellt;sie stehen alle auf einem und eben demselben Grunde; wenigstensnicht auf so vcrschiednen Gründen, daß die geringste Verjün-gung unter ihnen möglich wäre.
Das, was Plinius von dem Ochsen des Pausias sagt, zuPerspcktiv machen: heißt mit dem Worte tändeln. Es warPerspcktiv in dem weitläuftigen Verstände, in welchem sie, wieich schon erinnert, kein Mensch den Alten abgesprochen hat, nochabsprechen kann.
Lauter Wind, wenn Herr Klotz versichert, „daß Lucian„von der perspektivischen Anordnung in einem Gemählde des„Zcuris so wcitläuftig rede, daß diese Stelle bey dieser Strei-tigkeit nothwendig geprüft werden müsse!" Er nennt sie unge-mcin entscheidend, und sie entscheidet schlechterdings nichts.
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