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Antiquarischer Nricfe seckszchnttr.
lesen wir denn das? Plinins sagt von ihm blos: Fvmmns FluresI>r!mns mnninm Ii.iliult üom.-v. Sind denn Femm-v nothwendiggeschnittene Steine? Weil bey den neuen Antiquaren alte Gem-men so viel hcisscn, als alte geschnittene Steine, und Dakty-liothck so viel als eine Sammlung solcher Steine: muß HerrKlotz darum diese Bedeutung in die alten Autorcs übertragen ?Und was ich von der Daktyliothck des Scaurus sage, ist vonden übrigen noch mit mehreren» Grunde zu vermuthen. Nochitzt übersteigt cs nicht das Vermögen eines wohlhabenden Pri-vatmannes, ansehnliche Sammlungen von geschnittenen Steinenzu haben: und weiter nichts als solche Sammlungen sollten dieDaktyliothcken gewesen seyn, welche Pompcjus, und Cäsar , undMarccllus aufs Capitol und in die Tempel schenkten?
„Auch vom Mäcen, sagt Hr. Klotz, (°) wissen wir, daß er„eine besondere Neigung zu den Edelsteinen gehabt habe. Er„gesteht diese Neigung nicht allein selbst in einem Gedichte an„den Horaz, sondern man sieht sie auch aus einem Briefe des„Augustus an ihn." Er gesteht sie selbst? Ich habe die An-thologie seines Freundes, des Hrn. Burmanns, auf die er dcs-falls verweiset, nicht bey der Hand; doch das Gedicht auf denHoraz , in welchem Mäcen seine Neigung selbst gestehen soll,werden ohne Zweifel die Verse seyn, die uns Zsidorus aufbe-halten hat, und sich anfangen:
I^uFvnt, o mei» vka, te tmarggäus,
I?ei'^IIu« hiiociuo.Aus diesen aber erhellet blos die abgeschmackte Kakozclie desMäccnas, und kcincswcgcs seine Liebhabcrey an EdelsteinenDenn sonst würde man auch unsere Lohcnstcinc und Hallmanne,die ihren Geliebten so gern Augen von Diamanten, Lippenvon Rubin , Zähne von Perlen, eine Stirn von Hclfenbcin,und einen Hals von Alabaster gaben, für grosse Liebhaber undKenner von dergleichen Kostbarkeiten erklären müssen. Selbstdas Fragment von dem Briefe des Augustus, beym Macrobius ,ist nichts als eine Verspottung dieser Kakozclie. Eher nochhätte sich Hr. Klotz darauf berufen können, daß Mäccnas von
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