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Antiquarischer Briefe siebzehnter.
tief zu arbeiten, und die ihr entsprechende Kunst, sie erhaben zuarbeiten, nicht wohl anders, als mit gleichen Schritten fortge-hen können: so schließt Caylus, hatten sich auch die Steine vonbeiden Gattungen in gleicher Proportion vermehren müssen.Gewiß nicht; denn der Gebrauch damit zu siegeln, machte dievon der einen Gattung nothwendiger, als die von der andern;und folglich auch häuffigcr. Daher sind, nicht blos bey denAcgyptischcn Steinen, der Camci die weniger»: sondern bey al-len. Der Luxus allein vermehrte die Camci; und wenn beyden Aegyptcrn der Camci gegen ihre vertieften Steine ungleichweniger waren, als bey den Griechen und Römern: so kam esnur daher, weil bey jenen der Luxus niemals so groß gewesen,als bey diesen. Das ist die Auflösung des Räthsels, die Cay-llls nicht erst von der Zeit hätte erwarten dürfen.
Zch könnte hinzufügen, daß die Acgyptcr diejenigen gewesen,welche beide Arten des Schneidens auf ihren Steinen ange-bracht. Zch meine die so genannten Scarabäi, welche aufder flachen Seite tiefe Zeichen nnd Figuren, auf der hinterncoiivexc» Fläche aber einen erhaben geschnittenen Käfer zeigen.Herr Klotz muß aus seinem Caylus wissen, (°) daß sich unterdiesen Käfern Stücke von sehr schöner Arbeit finden. WennAelianuS aber sagt, ("") daß die Käfer, welche die AcgyptischcnSoldaten in ihren Ringen getragen, cingcgrabcncr Arbeit ge-wesen wären: so hat Aclian entweder sich geirrt, oder es hatsich mit diese» Käfern gerade das Gegentheil von dem zugetra-gen, was Hr. Klotz meinet, daß mit den andern AcgyptischcnStcinc» gcschchcn. Die von erhabner Arbeit sind nur alleinübrig geblieben: ich wenigstens habe nie von einem tief gegra-benen Käfer dicscr Art gchört.
Achtzehnter Brief.
Mit einem andcr» Auge betrachtet CayluS, mit einem an-dern Winkelinann, die Wcrke der Hctrurischcn Künstler. CayluSneiget sich noch immcr gegcn dic Meinung des Buouarotti,welcher die Hetrurische Kunst Acgyptischcn Ursprungs macht:
(-) Erster Band, Taf. ix. Nr. 3.
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