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8 (1839)
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104
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Antiquarischer Briefe fünf lind dreyßiger.

Was besonders Herr Klotz dagegen eingewendet hat, könntenicht kahler seyn. Ich schlug vor, die Worte des Nepos, od-nixo Avou leuto, nicht zusammen zu lesen, sie nicht zu über-setzen, mit gegen das Knie gestemmtem Schilde; sondernnach Fonu ein Komma zu machen, und odnixo genu besonders,und scuto besonders zu lesen. Hinwieder sagt Herr Klotz, ichweis selbst nicht was. Er räumet mir ein, daß man vdnitlin dem Sinne finde, in welchem ich sage, daß es hier gebrauchtsey: und räumt es auch wieder nicht ein. Er führet selbst nocheine Stelle aus dem Livius an, die ich hätte brauchen können,und doch soll mir auch die nicht zu Statten kommen. Er ge-steht zwar, daß man sagen könne, odnixo pvctoro, odnixa ironw,ohne Zufügung der Sache, gegen welche sich die Brust oder dieStirne stemmet: aber er versichert, daß man nicht sagen könne,odnixo A«»u. Warum nicht? Die Ursache behält er für sich:ich muß mich mit einem pro autoritato gesprochenen alia ratio«zst, mit einem !ni"ol<zns clievnäi ratio begnügen.

Sie meinen, daß Herr Klotz, wenn es auf die Latinitätankömmt, auch schon eher das Recht hat, ein Wort pro -n-to-rltsto zu sprechen, als ich. Das mag seyn! Aber ich kannmich allenfalls auf Männer bcruffcn, die auch ihr Bißchen La-tein verstanden haben. Denn ich bin nicht der erste, derodnixo Fvnu von seuto trennet. Unter andern muß es auchStewcchius so zu trennen, sür gut befunden haben. Er schreibtin seinem Eommcntar über den Bcgctius:(") ^Kadi-ias, ^tko-moni'ium llux rvi bellicaz poritiklinius, huo pIial-mZis inipotumInttinerot, ^juktit luos in aeio ludiiltoriz, clocuit^uo odnixo Aonu,lcuto, projectaizue Iiatta, pdalangom vxpoctarv ^ excipero.

Aber Herr Klotz weis nicht, was odnixo genu heißen soll.Er fragt: yniä voio vtt odnixo Avnu? All iäem t^uocl odnixoZraclu? duno eeito i"vnl"um loeus poltulat. Zn Wahrheit, Wenndas so recht gefragt ist: so muß sich das gute Latein zuweilen, vondem gesunden Menschenverstände sehr weit entfernen. Denn odnitizeiget ohnstreitig eine Gegenwirkung an; das Bestreben einesKörpers, sich nicht aus dem Raume drcngen zu lassen, den er

(°) /va c.'»i>. ts. l.i>>. ii.