Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
147
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Antiquarischer Briefe fünf mid vierzigster. 147

beschreibt ihn uns nculis eseliis <k Iiedc-tloribiis, lind Plinillssagt noch ausdrücklicher: ZXeroni, nisi oum conniverot, z,rnp<zaämota (oculi) nodotes. (^^)

Es wurde mir schwerlich eingefallen seyn, einen so purenputcn Antiquar, als Vcttori, in solchen Dingen zu widerlegen,wenn ich nicht gefunden hätte, daß noch itzt Herr Lippert in dieFußtapfcn desselben getreten. Auch Herr Lippert glaubt, sich fürdie Vergrößerungsgläser der Alten erklären zu dürfen; und zwaraus Wahrscheinlichkeiten, die im Grunde die nehmlichen sind,auf welche Vettori drang, nur daß er sie etwas richtiger ent-wickelt hat.

Noch eine Anmerkung, schreibt cr,(^) bey den so subtilenWerken der alten Steinschneider, verdient hier einen Platz.Dieses so Feine hat mehr denn ein scharf sehend Auge erfo-dcrt. Die Augen der Alten haben aber deswegen nicht schär-fcr, als die unsrigcn, gesehen. Es ist also zu vermuthen, daßsie die Augen, so wie es unsere heutigen Künstler auch beydem schärfsten Gesichte thun, manchmal bewaffnet, und sich mitVergrößerungsgläsern und Brillen beholfen haben. Aber dieseverfertigen zu können, gehöret zur Dioptrik. Daß aber dieDioptrik bey den Alten im Gange gewesen, finde ich nicht,oder doch nur eine kleine Muthmaßung. Ich weis wohl, daßEuclidcs, ohngefchr drcyhundcrt Zahr vor Christi Gcburth,die Mathesls und auch die Optik gclchret, und daß hernachaus ihm Abazcn und Vitcllio ihre Grundsätze zur Optik ge-kommen; aber daß die Dioptrik besonders gelehrt worden,habe ich nirgends finden können. So viel könnte seyn, daßman sie zur Optik mitgerechnet, weil man den Namen^naelattica einer Wissenschaft beyleget, die zur Optik mitge-rechnet worden, welche es vermuthlich gewesen ist. Man hataber viel ältere rundgcschliffcnc Steine, als Euclidcs ist, unddie ein Alter von mehr als dreytauseud Jahren zu erkennengeben. Es wäre denn, daß man aus der Schrift, die manauf den Steinen gar oft findet, und aus dem Charakter der

(°) 0si>. Sl.

(°°) I^kr. Xl> lecl. 5». IZ>M. Niir«.Borbcricht S. xxxv

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