Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
152
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Antiquarischer Briefe fünf und vierzigster.

eben so wohl gekannt haben, als die, zu brennen. WasSpuren? Das ausdrückliche Zeugniß des Scncca:(°) I/itter«yuamvis mioutiv <8i vbfcuriv, per vitroam p'ilam scju» plenklmina^'oros clarinros<zsu<z cernuntur, dieses, meine ich, ist ja wohlmehr als Spur; und es ist nur Schade, daß es Smithcnso wohl als dem de la Hire unbekannt geblieben. Zwarhatte schon Petrarch, ohne Zweifel in Rücksicht auf die Stelledes Scncca, dieses Mittel, das Gesicht zu verstärken, den Altenzugestanden: doch glaube ich, ist unter den neuern SchriftstellernManni der erste, der in seinem Traktate von Erfindung derBrillen, welcher erst 4738 herauskam, als De la Hire undSmith schon geschrieben hatten, sich ausdrücklich darauf bezogen.Aber Manni war wohl der nicht, der uns zugleich erklärenkonnte, wie es gekommen, daß ungeachtet dieser Vcrgrößcrungs-kugcl, von welcher bis zu dem eigentlichen Vergrößerungsglas«:nur so ein kleiner Schritt zu seyn scheinet, die Alten dennochdiesen kleinen Schritt nicht gethan. Daß sie das Glas nicht,M schleifen verstanden, möchte ich mit dem De la Hire nichtgern annehmen. Ich weis wohl, er meinet nicht das Schleifenüberhaupt, sondern das Schleifen in Schalen von gewissen Zir-kclbögcn. Wenn ihnen das aber auch unbekannt gewesen wäre:wie hätten sie nicht darauf fallen können, das Glas in der-gleichen Schalen so fort zu gießen, und es hernach aus freyerHand vollends sein zu schleifen? Ganz gewiß würden sie dar-auf gefallen seyn, wenn sie nur im geringsten vermuthet hät-ten, daß die Sache überhaupt auf die sphärische Fläche ankomme.Und hier meine ich, zeigt sich der Aufschluß des ganzen Räth-sels. Es währte nur darum noch so viele Jahrhunderte, eheman von der mit Wasser gefüllte» gläsernen Vcrgrößcrungsku-gel auf die Vergrößerungsgläser überhaupt kam, weil man dieUrsache der Vergrößerung nicht in der sphärischcn Fläche desGlases, sondern in dem Wasser glaubte. Daß dieses der all-gemein angenommene Gedanke der Alten gewesen, ist gewiß;und selbst die Worte, die vor der angeführten Stelle des Seneca unmittelbar vorhergehen, bezeugen es: Omnia per acmam viäeu-

(°Z Xslursl. qu-elt. Mi. I. c»i?> k.