188 Antiquarischer Briefe zwey und fnnfjigster.
„mehr von Ihnen zu lernen. Denn wie viel habe ich nicht„schon in Ihrem Buche gelesen, das ich zuvor nicht wußte!
„Ich habe mir vorgenommen, eine neue Ausgabe der„Upl>. klomvno. zu machen. Es sind mir verschiedene geschnit-tene Steine und andere Monumente vorgekommen, woraus„ein ziemlicher Zuwachs von Anmerkungen entstanden. Das Ge-„ dicht des Sadolcts über den Laokoon hatte ich aus ^oli.„Nattliazi?oteg»i lüarmin. poetar. illutt. Italoium (lautet!:« 1377.)„wo es im 2tcn Theile S. 132 stehet, mir gleichfalls ange-merkt. Nun sehe ich, daß Sie mir zuvorgekommen sind.
„Vielleicht ist dem Lieblinge der Griechischen Muse es nicht„unangenehm, wenn ich noch hinzusetze, daß die noch nicht be-kannte Anthologie des Strato nun völlig in meinen Händen„sey. Ich habe einen Theil dieser kleinen Gedichte meinem„Eommcntar über den Tyrtäus eingewebt, welchen Richter itzt„mit einer vielleicht übertriebenen Pracht druckt. Ein großer„Theil aber ist zu frey, als daß er wenigstens von mir bekannt„gemacht werden könne. — Doch ich trage Bedenken, weiter„mit Ihnen zu reden, bis ich die Versicherung habe, daß Sie„mir erlauben, Ihr Freund zu seyn. Unterdessen bin ich doch„allezeit
Zhr
Halle, den 9 Mav, gehorsamster Viencr,
Klotz.
Diesen Brief erhielt ich, als mir ein Brief von dem Manneaus dem Monde gerade nicht mehr und nicht weniger erwartetgewesen wäre. Aber beantwortet mußte er doch werden. Undwie? Der Ton war angegeben, in welchen es die ungesittesteKälte gewesen wäre, nicht einstimmen zu wollen. Hr. Klotzerinnert sich, mich in seinem zartesten Alter in dem Hause sei-nes Vaters gesehen zu haben: ich werde mich dessen auch erin-nern müssen. Herr Klotz versichert mich, allezeit einer der auf-richtigsten Verehrer von mir gewesen zu seyn: von mir alsSchriftsteller, versteht sich; und Herr Klotz war auch Schrift-steller. Herr Klotz bekennt, vieles aus meinem Buche gelerntzu haben, was er vorher nicht wußte; das will sagen, wennman vieles nicht weis, kann man aus dem ersten dem besten