Vereiigarius Turoiiensis.
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Nicht wahr, das wäre noch ein anderer Fund, als ZhrAdelmann, der Ihnen unter eben diesen Schätzen so glücklichin die Hände gericth?
Sie werden mir kaum glauben: auch habe ich lange meineneigenen Augen nicht trauen wollen. Und doch ist es, wie ichsage. Kommen Sie; ich rufe Ihnen selbst das T?^? xotvo?zu: denn Sie sind es, Ihr Adeimann ist es, ohne die ich dochgewiß diesen Fund nicht gemacht hätte.
II
Ich habe Ihnen keine vergebene Freude verursacht, und ichwill sogleich Ihre Neugierde mehr befriedigen.
Sie wissen, daß Aanfrancus unter den Gegnern des Zöc-renganus den ersten Platz einnimmt. Bercngarius war aufder Kirchenversammlung zu Rom , unter N^colaus dem zwey-ten gezwungen worden, das Anathema über seine Meynung zusprechen, und eine Glaubensformel zu unterschreiben, welchehernach ihren Platz unter den Decretalen gefunden. Aberkaum war er aus den Händen seiner Feinde, als er alles wie-der zurücknahm, was er, aus Furcht vor dem Tode, gegen dieWahrheit geredet und geschrieben hatte. Er entsagte jenerGlaubensformel in einer eigenen Schrift, in welcher er seineabgcschworne Meynung zugleich aufs neue vertheidigte. DieseSchrift war es, welche Aanfrancus in einem Werke zu wider-legen glaubte, das mit grossem Beyfall? von der Kirche auf-genommen ward, und noch itzt als ein Hauptwerk in denEucharistischcn Streitigkeiten betrachtet wird. Es ist sehr oft,bald einzeln, bald mit andern ähnlichen Werken, bald mit densämtlichen Schriften des Verfassers, bald in den Bibliothekender Väter, und in andern dergleichen grossen Sammlungen,gedruckt und wieder gedruckt worden. Sie kennen es, undwissen, was für Lobsprüche nicht allein die Theologen derRömischen Kirche ohne Ausnahme, sondern auch einige derUnsrigcn, daran verschwendet haben. Es ist nichts geringers,als ein niederdonnerndes Werk, voll der triumphirendstcnGründe.