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Bcrengarius Turoiieusis.
„bediene. Aus der Beschreibung, welche Siegeberr von des,,-ö.anfrancus Auslegungen der Briefe Pauli macht, hat man„gesehen, daß er sich der nehmlichen Enthaltsamkeit von dieser„Kunst bey weitem nicht beflissen, als er nur noch Abt war.„Folglich muß er schon Erzbischof gewesen seyn, als er die Schrift„gegen den 2öereng«rins aufsetzte, die uns noch von ihm übrig„ist; ob er sich schon darin» keinen andern Titel, als den Titel„eines katholischen Christen von GOttcs Barmherzigkeit, giebt.
So viel halb wahres, so viel falsches auch in dieser lang-weiligen Stelle ist, so würde es doch schwer fallen, sie, ohneunser Manuscript, auf eine schlechterdings befriedigende und un-widcrsprcchlichc Art zu widerlege». Denn alles, was man da-gegen sagen könnte, wurde doch die Möglichkeit des Gegentheilsnicht anfhcbc», die nur alsdann in keine Betrachtung mehrkömmt, wenn man ihr das Wirkliche entgegen stellen kann.Ich würde daher zwar nur meine Zeit verschwenden, wenn ich,mit Zurückhaltung des alles entscheidenden Augenscheines, Ver-muthungen blos mit Vcrmulhungc» bestreiken wollte. Aber den-noch kann ich mich auch nicht enthalte», wemgstciis über ei»Paar Puuktc, ohne Rücksicht auf meinen stärkern Hinterhalt,einige Anmerkungen zu mache».
1. Woher weiß es denn der Benediktiner , daß Aanfran-cus selbst sein noch vorhandenes Buch wider den ÄercngariusI^ilior Leintill-n-um überschrieben habe? Es sey immer wahr, daßVromron in seiner Ehronikc(°) es unter diesem Titel anführet.Aber da in keiner von den Handschriften, aus welchen es her-nach abgedruckt worden, die geringste Spur davon muß anzu-treffen gewesen seyn, als in welchen es schlecht weg Lider äoLoi'nm-tZ vt LaiiZuIno voniini geheißen: so könnte ja gar wohleine so spielende Aufschrift, das Zbuch der Funken, der witzigeEinfall eines spätern Mönchs seyn. Daß mehrere Abschreiberdiesem Buche des K.anfrancus einen Titel nach ihrem Gutdün-ken gegeben, bestätiget auch das Excmpcl der heil. Dicmuöebeym Pey, (") die es Ooi>llictus ^«tt/i-ano- contra Fe^iFa-n'um benannte. Andere haben es DisIaAus geheißen. Aber bey
(°) llislori»- ^«gl. Lcripl. P, SSS.
(°°) riiek. ^nsvll. I. l. k>rk. v. Sl. §. 37,