Anmerkungen über das <?p!gra»nn.
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Freygebigkeit, es ist Geiz, sich Dank mit etwas erkaufen wollen,was keines Dankes werth ist.
Wie aber der fertige Vcrsifikator, in Erweiterung des erstenTheiles, oft zu viel thut, so thut ein minder fertiger, aus Schwie-rigkeit oder Gemächlichkeit, nicht selten zu wenig: wenn ernehmlich den ganzen ersten Theil in den Titel des Sinngedichtsbringt, und sich den bloßen Aufschluß zu vcrsisiciren oder zureimen begnügen läßt. Es ist sonderbar, daß es sogar Kennergegeben hat, die dieses zu thun dem Dichter ausdrücklich gerathenhaben, s") Aber sie haben nicht bedacht, daß das Epigramm,so viel es an Kürze dadurch gewinnet, von einer andern Seitehinwiederum verlieret, indem es zu einem Ganzen von so hete-rogenen Theilen wird. Unmöglich kann man daher das Sinn-gedicht des Herrn von Rleist,
An zwey sehr schöne aber einäugige Geschwister.
„Du mußt, o kleiner Lykon, dein Aug Agathen lcihn,
„Blind wirst du dann Kupido , die Schwester Venus seyn."und das lateinische des -Hieron^mus Amalthens, aus welchemjenes genommen ist,
I^iimlne ^Veon clextro, c»pia okt I^oeuüla tinlkli«,zzotis e5t torma vlneoio utei^ue clvos.
Llanclv puor, lumeu, ljucxl Iiaves, conceile pueH«:8io tu eoeeus ^mor, tio eilt lila Venus,für gleich schön halten. Dieses kann den ganzen Titel entbehren,und jenes ist ohne Titel auch nicht einmahl verständlich. Dasschöne Sinngedicht ist in der Ucbcrsctzung zur bloßen Ausschriftgeworden; und verhält sich in seinem Eindrucke zu jenem so,wie eine kahle Aufschrift, die in einem Buche angeführt wird,
(°) H/o?-/!a/?u5 <?s ^//ch<?. ^/lA. ///> ca^i. 3. Vociiri in k»I>-
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