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lichen Afrika heute noch wie vor Jahrtausenden das Schwemm-land und in Ausnahmsfällen, wie z. B. im Hinterland der Gold-küste, auch das Ganggebirge aus. Soetbeer schätzt die von dortin der Zeit von 1493—1875 nach Europa exportierte Goldmengeauf 766 Tonnen. In unserer heutigen Produktionsstatistik er-scheint das afrikanische Wasch- und Ganggold mit nur je einigenTausend Kilogramm im Jahr, aber es ist wichtig zu wissen, daßdie Welt in den Quarzgängen und im Schwemmland des äqua-torialen Afrikas noch sehr bedeutende Goldreserven besitzt, und daßgerade gegenwärtig die Entwicklung der Goldgewinnung in Süd-ostafrika, abgesehen von Transvaal, besonders im Maschona- undMatabeleland lRhodesia) einen bedeutenden Anlauf nimmt. Zur Zeitkommt jedoch für die Weltwirtschaft nur das im Gebiet der südafri-kanischen Republik (Transvaal ) vorkommende sogenannte Konglo-meratgold in Betracht, dessen Gewinnung von nicht ganz 1000 KZim Jahr 1887 auf 53 Tonnen im Jahr 1894 gestiegen ist (dieZahlen von Johannesburg beziehen sich auf Rohgold, sind daherstets größer), während im Jahr 1895 Transvaal einschließlich derErzeugnisse des dortigen Gangbergbaus wahrscheinlich mit etwa70 Tonnen an die Spitze aller goldproduzierenden Länder kom-men wird.
Da es für die Beurteilung der Zukunftsaussichten der Gold-gewinnung überhaupt und der des Transvaal im besonderen wichtigist, zwischen den drei Arten von Goldvorkommen zu unterscheiden,so mögen einige fachmännische Erläuterungen gestattet sein.
Bei weitem das meiste in der Natur vorhandene Gold ist„Ganggold", d, h. es findet sich in Gängen, Ausfüllungen vonmehr oder weniger vertikal gerichteten Gebirgsspalten, in welchendas Gold überaus unregelmäßig in größeren und kleinsten Par-tikelchen meist in Quarz eingebettet ist. Das Vorhandensein desGoldes beruht hier stets auf chemischen, niemals auf mechanischenUrsachen. Charakteristisch für das Ganggold ist daher das Un-sichere und Unregelmäßige dieses Vorkommens und die Unmöglich-keit, über den Durchschnittsgehalt eines Ganges und seine Dauer-haftigkeit im voraus etwas Bestimmtes auszusagen.
Das „Waschgold", welches aus dem Schwemmgebirge(Goldseifen) gewonnen wird, verdankt in direktem Gegensatz zumGanggold seine Entstehung nicht chemischen, sondern mechanischenUrsachen. Es ist stets aus der Zerstörung und Zertrümmerungeiner größeren oder kleineren Anzahl von Gängen entstanden undin losen, horizontalen Sandablagerungen ziemlich gleichmäßig ver-teilt. Hier läßt sich wohl der Goldgehalt eines bestimmten Sand-lagers annähernd im voraus auf Grund von Stichproben berechnen,aber solche Lager sind vermöge ihrer Entstehungsart durch Bächeoder Flüsse meist von begrenzter Ausdehnung.
Das Gold der Konglomerate oder das „Flötzgebirgsgold",