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Die Gold- und Silberproduktion und ihr Einfluß auf den Geldwert / Gustav Kluepfel
Entstehung
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eine Bildung, welche in anderer Form beim Silber sehr vielhäufiger vorkommt, verdankt dagegen seine Entstehung gleichzeitigchemischen und mechanischen Ursachen. Die annähernd gleichmäßigeVerteilung der feinen Goldpartikelchen in dem Kitt, welcher dieaus Urgestein bestehenden Geröllmassen verbindet, hat viele Ähn-lichkeit mit der Schwemmgoldbildung und in der That werden dieKonglomerate von manchen Geologen als sogenanntefossileSeifen" angesprochen. Wahrscheinlicher ist aber die Erklärung vonStelzner, welcher glaubt, daß die Gerölle zur Zeit ihrer Ablagerungim Meere auf dem Weg chemischer Ausfällung mit goldhaltigemSchwefelkies imprägniert worden sind. Jedenfalls hat die Gold-ablagerung der Konglomeratbänke bezüglich der Gestalt derGoldteilchen keine Ähnlichkeit mit dem Gold des Schwemmlands,und bezüglich der großen Ausdehnung eines und desselben Lagers(Flötz, rssk) viel eher Analogie mit den Ablagerungen von Eisen inden Eisensteinflötzen, ja sogar mit denen von Steinkohlen. Darausergiebt sich die Möglichkeit einer ungefähren Berechnung des Gold-gehalts auf Grund von Proben auf weite Strecken sowohl in derHorizontalausdehnung wie in der Tiefe, in welche die Lager erstdurch Faltung des Gebirgs gekommen sind.

Es läßt sich daher mit annähernder Bestimmtheit berechnen,daß der in den bereits bekannten Konglomeratbänken von Johannes-burg vorhandene und bergmännisch gewinnbare Goldvorrat auchdann noch 3040 Jahre ausreicht, wenn die Gewinnung sich inden nächsten zehn Jahren auf das Doppelte der Produktion von1893 steigert. Aber auch nach Erschöpfung dieses Vorrats sinddie Konglomeratbänke von Transvaal noch lange nicht zu Ende,es sind im Gegenteil immer noch so viele andere Bänke ähnlicher,wenn auch vielleicht etwas geringerer Art bekannt, daß die Zeiteiner wirklichen Erschöpfung noch gar nicht berechnet werden kann.Das Ausbringen aus einer Tonne gepochten Erzes betrug im Jahr1893 im Durchschnitt noch 22 A (14 ävts) Rohgold, also etwa19 A Feingold. Im Jahre 1894 wurden nach den neuesten offi-ziellen Angaben 3 489° 015 Tonnen Erze verarbeitet, die Ausbeutean Feingold berechnet sich daher in diesem Jahre nur noch auf16,1 Z. Es ergiebt sich hieraus, daß die Bearbeitung gering-haltigerer Lager in der Zunahme begriffen ist, daß aber der Gold-gehalt im Durchschnitt immer noch höher ist als der Gehalt deskalifornischen Ganggesteins. Es bleibt also immer noch Raum fürweitere technische Verbesserungen, welche gestatten werden, nochgeringhaltigere Lager in Angriff zu nehmen, wodurch das Endeder Ausbeutung abermals weiter hinausgerückt wird. Die Aus-sichten auf Vermehrung der Goldgewinnung in Transvaal sinddaher auch auf eine ferne Zukunft hinaus sehr günstig.

Das Silber ist in Afrika von jeher außerordentlich seltengewesen. Eine Urkunde aus der Zeit des Königs Menes im 37.