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Mark Gold und (Silber und von 1858—1894 im ganzen etwa1500 Millionen Mark Edelmetalle (40°/o Gold und 60°/° Silber)lieferte, bildet nur eine Episode in dieser Entwicklung. Der Ver-lust, welchen die Goldproduktion aus dem Umstände erlitt, daßdie Temperatur- und Wasserverhältnisse die Fortsetzung des Ab-baus im Comstockgang unmöglich machten, ist inzwischen durch denBergbau in anderen Staaten hereingebracht worden. Insbesonderesind Colorado mit einer Prodnktion von 11 324 KZ, Dakota mit6027 und Montana mit 5380 KZ im Jahre 1893 sehr wichtigeGoldproduzenten geworden. Eine weitere künftige Steigerung istin diesen Staaten sehr wahrscheinlich und kann in Kalifornien durchdie schon erwähnten Aussichten der Waschgoldgewinnung als sicherin Rechnung genommen werden.
Ein ähnlicher Gegensatz zwischen Nord- und Südamerika wiebei der Goldproduktion besteht auch bei der Silberproduktion,welche sich in Südamerika während voller 300 Jahre nicht sehrweit von dem Mittel von etwa 220 Tonnen entfernt hat undhierauf in den letzten 25 Jahren allmählich auf das Vierfachedieser Menge gestiegen ist. In den Vereinigten Staaten dagegenhat die Silbergewinnung bis 1860 niemals über 200 Tonnen be-tragen, von da bis 1870 ist sie auf 380 Tonnen, dann aber un-aufhaltsam von Jahr zu Jahr bis 1892 fast auf 2000 Tonnengestiegen. Die erste Steigerung war durch die schon genannteAusbeutung des Comstockgangs veranlaßt und es trat auch, nach-dem der Höhepunkt derselben 1878 überschritten war, eine kleineAbschwächung ein. Aber inzwischen hatte bereits eine neue Ent-wicklung eingesetzt. Bis 1876 beruhte der Silberbergbau in Nord-amerika gerade wie in Südamerika auf dem Gangbergbau, dannbegann die Entdeckung der silberhaltigen Bleierzlager von Lead-ville in Kolorado . Seitdem beruht der Schwerpunkt der nord-amerikanischen Silberproduktion ebenso wie in Europa auf derAusscheidung des Silbers aus Blei- und Kupfererzen, und dieseErze kommen nicht in tiefgehenden Gängen, sondern in ausge-dehnten, mehr oder weniger horizontal gerichteten, slötzartigenLagern vor, welche über viele Quadratmeilen verbreitet sind. Eineder bergmännischen Stützen der bimetallistischen Mitglieder derBerliner Silberkommission, Berginspektor Wimmer, äußerte sichdahin, daß „in diesen Vorkommen bei ihrer flachen Lagerung eingeradezu unerschöpflicher Silbervorrat enthalten sei, welcher, wasdas Wichtigste sei, bergmännisch zugänglich und nicht in der un-erreichbaren sogenannten ewigen Teufe stecke." Leadville lieferte1892 für 45 Millionen Mark Silber , und obwohl die Bleierzevon Kolorado schon 1890 anfingen, seltener zu werden und mansich mit der Einfuhr derselben aus dem nördlichen Mexiko behalf,so sind doch jetzt schon wieder neue Aufschlüsse gemacht worden undaußerdem haben sich in den letzten Jahren die silberhaltigen Blei-