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die Produktion im Laufe von 300 Jahren sich wenig über oderunter das Mittel von etwa 8 Tonnen jährlich bewegen und erstinnerhalb der letzten 10 Jahre ist sie auf das Doppelte angewachsen;in den Vereinigten Staaten dagegen ist die Produktion, welche bis1847. wo sie sich auf das Vorkommen im appalachischen Gebirgevon Nord- und Südkarolina stützte, niemals 2000 KZ erreichte,durch die Entdeckung des kalifornischen Schwemmgoldes so plötz-lich gestiegen, daß die Ausbeute von 1849—1894 zwischen demMaximum von 97 Tonnen (1853) und dem Minimum von 45Tonnen (1883) schwankte und im Durchschnitt dieser Periode etwa63 Tonnen betragen hat, welchem Betrag sie auch heute wiedersehr nahe gekommen ist, so daß Nordamerika auch jetzt noch ander Spitze aller goldproduzierender Länder steht. Der höchste Er-trag von 1853 war ausschließlich kalifornisches Waschgold,und obwohl der Bergbau auf den Quarzgängen schon damals seinenAnfang nahm, betrug doch noch 1879 die Ganggoldgewinnung vonKalifornien erst etwa 9 Tonnen, während die des Waschgolds trotzder sich entwickelnden vortrefflichen Technik des hydraulischen Groß-betriebs nach und nach bis auf 18 Tonnen abgenommen hatte.Im Jahre 1892 war sodann die Waschgoldgewinnung auf dasMinimum von 6 Tonnen gesunken, während die Ganggoldgewin-nung sich auf 12 Tonnen erhöht hatte. Seitdem sind beide Ge-winnungsarten wieder gestiegen, nachdem gesetzliche Maßregeln dieHindernisse beseitigt haben, welche die Interessen des Ackerbausder Waschgoldgewinnung entgegengesetzt hatten. Bei dieser Ge-legenheit wurde konstatiert, daß allein im Gebiete des Jubaflussesund feiner Nachbarschaft noch etwa 500 Tonnen Waschgold zugewinnen sind, wenn man nur den Schwemmsand rechnet, welcherin der Tonne Sand 0,3 A Gold enthält, während die Technik deshydraulischen Betriebs noch die Gewinnung von 0,1 Z aus derTonne Sand erlaubt. Wir sehen also, daß trotz des großartigstenRaubsystems das Schwemmgold von Kalifornien noch nicht so raschzu Ende geht als die Voraussagungen der Silberfreunde ange-nommen haben. Dennoch beruht aber die Zukunft der nord-amerikanischen Goldgewinnung auf der Entwicklung des Gangberg-baus. Wir ersehen aus den mitgeteilten Zahlen, daß der Gang-bergbau in Kalifornien sich ganz langsam aber stetig im Laufevon 40 Jahren auf 12 Tonnen jährlich gehoben hat. Derselbebefindet sich heute in den Händen einer beschränkten Zahl vongroßen leistungsfähigen Gesellschaften und ist fortwährend lohnend,obwohl er sich bereits in einer Tiefe von 600 ra bewegt. Imgroßen Durchschnitt werden aus der Tonne Erz nur 13,37 Z Goldgewonnen, es sollen aber 5,2 Z noch lohnend sein. Noch vielmehr als der kalifornische hat sich aber der Gangbergbau in denübrigen westlichen Staaten der Union entwickelt. Die Ausbeutungdes Comstockgangs in Nevada, welche 1877 allein 136 Millionen