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Die wichtigste Abnützung aber, die der Münzen, ist sehr zurück-gegangen, seitdem die Mehrzahl derselben in den Gewölben derBanken ruht. Lassen wir also vorerst die Abnützung der Edel-metalle bei Seite, so stehen uns folgende Zahlen für den der-zeitigen Edelmetallvorrat der Welt zu Gebot:
Der am Ende des 15. Jahrhunderts vorhandene Geldvor-rat wird von Lexis und Wiebe, welche sich am eingehendstenmit der natürlich nur sehr ungefähr möglichen Schätzung befaßthaben, auf etwa 2Vs Milliarden Mark geschätzt. Hievon kommen1260 Millionen oder 7000 Tonnen auf das Silber und 1064Millionen Mark oder 550 Tonnen auf das Gold.
Die Produktion von 1493 bis 1893 incl. berechnen wirauf der Grundlage der Soetbeerschen z. T. nach späteren An-gaben dieses Schriftstellers korrigierten Zahlen mit Ergänzungdurch die neueren Angaben der amerikanischen Münzdirektoren,jedoch unter Weglassung der unsicheren chinesischen Produktion,wie folgt:
Gold SilberEuropa ohne Rußland . 508 Tonnen 23,210 TonnenAsien und Rußland . . 1,831 „ 3,063 .,
Nordamerika incl. Canada 3,014 „ 27,600 .,
Central- und Südamerika 3,005 „ 78.731Australien . . . _ 2,642 „ _ 1.973 „
12,185 Tonnen 226,977 TonnenHeutiger Münzwert: 33,995 Will. M. 40,856 Mill. M.
Der Münzwert der vorhandenen Edelmetalle mit Ausschlußder über 400 Jahre alten Geräte und mit Einschluß der in denletzten 400 Jahren stattgehabten Abnützung hätte demnach im An-fang des Jahrs 1895 in runder Summe 36 Milliarden MarkGold und 43 Milliarden Mark Silber betragen.
Es fragt sich nun, wo und in welcher Gestalt befinden sichdiese Massen? Zunächst wissen wir, daß eine sehr bedeutendeMenge von Gold und eine noch bedeutendere Menge von Silbernach Indien und Ostasien abgeflossen ist. Nach Ellstätter hat alleinin den Jahren 1835—1892 der Einfuhrüberschuß nach Indien anSilber etwa 6700 Millionen und in Gold 3000 Millionen Markbetragen. Ferner hat in den vorhergehenden 3 Jahrhundertenebenfalls ein Einfuhrüberschuß stattgefunden, auch wenn man die1300 Millionen Mark berücksichtigt, welche nach Lexis in der Zeitvon 1570—1800 von den Portugiesen und Holländern aus Japan geholt worden sind. Wir glauben daher den Goldabfluß nach In-dien und Ostasien im ganzen auf 4 Milliarden Mark Gold und11 Milliarden Silber annehmen zu können, so daß für die West-