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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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größten Theil derselben, von den französischen Zwanzigfrankenist gerade das Gegentheil gewiß. So neu und demgemäß voll-wichtig unsere Doppelkronen auch sind, Franzosen und Eng-länder nehmen sie doch nur an mit der Absicht, sie einzuschmclzcnund umzuprägen, was sie mit ihren Napoleons nnd Sovcrcignsnicht zu thun brauchen, eine Vercinfachnng nnd Kostcn-crsparniß, welche also deu größern Theil unserer Goldvor-räthe ohue unsere Münzreform nnr exportfähiger gelassenhätte, als er nach ihr wurde. Was sonst in Deutschland an Goldstücken vorräthig, war theils gut vollwichtig, wiedie bremcr Kronen, die amerikanischen nnd russischen Münzen,theils nicht so sehr abgeschliffen, daß es bei hohem Gold-agio von der abziehenden Strömung verschont geblieben wäre.Diejenigen Goldmünzen endlich, welche durch Abnutzung oderBeschneidung zur Ausfuhr unbrauchbar gemacht waren, er-langten ihre Exportuufühigkcit unr auf Kosten ihres jeweiligendeutschen Besitzers, der ein Goldstück zu einem scheinbarendemselben nicht mehr innewohnenden Werth an Zahlungempfangen hatte. Wir sehen schon hier den Satz hervor-keimen, den wir später als die Grundlehre aller Gegner derdeutschen Münzreform herausfinden werden, den Satz näm-lich: ein Geld bleibt um so sicherer im Lande, jeschlechter es ist. Wer ein vollwichtiges Stück besitzt, kaunes bei Goldausfuhr nach dem Auslande verwenden; wer aberein mit Schcidewasser oder mit der Feile verringertes hat,der muß cS behalten, er fände denn einen LandcSgcnosscn, demer es aufhängen kann; denn der Ausländer, der das deutscheGold nicht um des Gepräges oder des Nameus, sondernum des Metalls wegen nimmt, wird das Stück nicht blosansehen, sondern vor allem wägen. Schlechtes Geld