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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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bediente man sich aller denkbaren Goldstücke vom amerika-nischen Eaglc bis zum russischen Jmpcrial. Zu diesembereits eristircndcn Vorrath von deutschen und fremdenGoldsorten kam nun der ganze Betrag, welchen die fran-zösische Kriegsentschädigung uns zuführte: nach den ofsiciellenAngaben an französischen Münzen 320 Millionen Mark odergenau der Betrag, den Frankreich in Goldmünzen zahlte(273 Millionen Franken), wurden in deutsche Münzen um-geprägt. Veranschlagen wir die vorher umlaufenden fremdenGoldsorten ganz gering nur auf die Hälfte der von derSechandlung im Jnlande für den Prägcbcdarf zusammen-gerafften Sununc in Napoleons, d. h. auf 75 MillionenMark (im ganzen lieferte die Seehandlung 150 MillionenMark Napoleons und 116 Millionen Mark anderer fremderGoldmünzen), und rechnen wir die einberufenen eigenen unddie Beträge der Kriegsgelder hinzu, fo befinden wir unsgegenüber der Gcsammtsummc von 395 Millionen Mark;und wie hoch wir auch die schwer zu berechnende Quantitätder exportirten Rcichsgoldmünzcn schätzen mögen, gewiß wirdsie diese Ziffer nicht erreichen.

So kommen wir demnach zu dem Resultat, daß auchohne die neue NeichSgcsctzgcbnug, bei ganz unverändertenZuständen, Gold genug in Deutschland vorhanden war, umdas Material zum Golderport zu liefern; ja wir wissen,daß selbst nebenzn anch 340 Millionen französische Silbcr-münzcn abflössen, blos wegen ihrer Verwandtschaft zu dcuMünzen der Länder, die unser Gold anzogen.

Wären etwa die in NeichSgoldmünzcn umgeprägten fremdenGoldstücke in ihrer ursprünglichen Gestalt weniger znm Exportgeeignet gcwcscu als unsere neuen Ncichsmünzen? Von dem