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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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Waaren, die wir an dasselbe abgaben, haben nichts gemeinmit der Einführung der Reichsmark oder des Goldfußcs.Wenn nnter der Einwirknng besonderer Ursachen unsere Kund-schaft im Auslande nicht im selben Maße zugenommen hatwie unser Verbrauch an ausländischen Waaren; wenn fernerdie Ausfuhr von Metall weniger theuer zu stehen kam als dieAnsfnhr vou Waaren, so ist auch für den blindesten Gegnerunserer Münzrcform diese daran unschuldig. Ganz andereund viel tiefer liegende Einflüsse sind hier im Spiele. Be-fanden wir uns demnach, unabhängig von jenen Gesetzen,in der Lage, Baarzahlungcn ans Ausland zu machen; hattenwir an Baarmittcln, nach wie vor jenen Gesetzen, sowolGold- als Silbcrmünzcn, so bleibt uns noch das Eine zuuntersuchen: ob anch unter der Herrschaft unserer älternMünzverfassnng die Goldstücke vorzugsweise vor den ein-heimischen Silbcrstückcn oder vielmehr mit Ausschluß dieserSilbcrstücke vom Handel zum Exports zur Ausgleichungunserer Balanz mit den Nachbarländern bcnützt worden wären?

Ein Blick auf die Münzlagc der Welt gibt uns auchhierüber Aufschluß. Der Verbrauch der Industrie erschöpftnur geringe Quantitäten edler Metalle, im Verhältniß zudem Bedarf der Münzen. Der Bedarf an fcinhaltigenSilbcrmünzcn hat aber seit den letzten Jahren in der Welt,mit Ausnahme des fernen Asiens , beinahe ganz aufgehört.In England wird das Silber bekanntlich nur als Scheide-münze geprägt, nnd beinahe sämmtliche andern LänderEuropas, sowie die Vereinigten Staaten von Nordamerika ,befanden sich seu den letzten Jahren in einer Lage, welchedie Ausprägung ^ ober Silber münzen wesentlich hemmte,soweit sie dieselben überhau"! uoch uicht systematisch aus-

Bamberger, RcichSgold. I