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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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schloß. Die großen Staaten, wie Nordamerika, Rußland ,Frankreich, Oesterreich, Italien , waren einer nach dem anderninfolge ihrer finanziellen Erlebnisse znr Einstellung der Baar-znhlungcn nnd znr Annahme eines Zwangspapicrgeldcs ge-kommen; damit hatte natürlich auch der Bedarf an Silberzur Ausprägung in großem Maßstabe abgenommen. Zudieser thatsächlichen Beschränkung trat uun mit dem Jahre1873 noch eine förmlich gesetzliche. Die Länder der soge-nannten Lateinischen Münzconvcntion verpflichteten sich uutcr-cinandcr, daß jegliches auf seinen Münzstätten nur einebestimmte, niedrig gegriffene Quantität von groben Silbcr-münzcn ausprägen lassen dürfe; und Holland , obgleich nicht,zu dieser Convention gehörend, untersagte sich durch ein eige-nes Gesetz gleichfalls das Ausprägen von Silber. Die dreiskandinavischen und die Vereinigte!? Staaten von Nordamerika beschlossen, die einen demnächst, die andern für 1879 diealleinige Goldwährung einzuführcu, und setzten damit selbst-redend der Silberprägnng ein Ziel. Für seinen Münzbc-darf war also kcins dieser Länder in der Lage, unser Silberzu verwenden. Keine fremde Nation gestattete, daß derdeutsche Schuldner sein Silbcrgeld auf ihren Münzstättenin ihr Landesgeld umpräge, um es danach zur Zahlung anihre Angehörigen zu benutzen. Wollte Deutschland also über-haupt Silber im Auslande verwerthen, so konnte cS dasselbenur als Edelmetall in Barrcnform auf den Weltmarktbringen. Nun stand aber der Preis des Silbers in Goldausgedrückt auf diesen: Weltmarkt bereits seit 1872 so niedrig,daß deutsches Silbcrgeld cinznschmelzcn und dem Gewichte nach -in London zu verkaufen, ein viel schlechteres Resultat ergebcuhätte als das Einschmelzen und Verkaufen von deutschen