Druckschrift 
Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen
 

^7

wie ehedem oder 100 wie jetzt, gerade so ist es für denfranzosischen Zahlungsempfänger völlig gleichgültig, ob erwie der Deutsche in Silbcrmünzen oder wie bei sich zu Hausein Papier bezahlt wird. Die Banknote von 100 Frankengilt nicht als glcichwerthig mit 100 Franken Waare, weildas Papier, aus dem sie gedruckt ist, einen solchen innernWerth besitzt; ebenso wenig gelten 20 Fünffraukenstückeaus Silber als gleichbedeutend mit 5 Zwanzigfrankenstückenaus Gold, weil sie cingeschmolzcn um gleichviel verkauftwerden könnten, denn sie könnten es eben nicht. Ganz ge-nau so verhält es sich mit unsern Silberthalcrn. Fran-zösische Noten, französisches Silbcrgeld, deutsches Silbcrgcld,alle drei haben jetzt nur einen fictiven Werth. Wie vieldie Fiction zum wirklichen Inhalt zulegen muß, um denvollcu Nennwert!) zu erzeugen, ob 100 Procent wie beimPapier, oder nur 6 Proccnt wie beim Silber, ist ganz einer-lei da, wo ein Verlust von 1 Proccnt schon hinreicht, umein Geldmaterial aus dem Weltmarkt unbrauchbar zu machen.Dieser Unterschied ist gerade so gleichgültig als der, wievielGift jemand nimmt, wenn die Quantität nur hinreicht, ihnzu todten, ob den zehnten Theil eines Grammes oder zehnGramme; in beiden Fällen ist er gleich todt. Will manübrigens die Vcrgleichnng auch von der kleinen Schattirnngbefreien, welche noch den deutschen vom französischen Zustandeunterscheidet, so hat man nur Belgien an die Stelle vonFrankreich zu setzen. In' Belgien ist kein Zwangscnrs für-Papier, in Belgien kann der Empfänger ans Silber bestehen,muß sich aber mit diesem zufrieden geben, hat kein Rechtauf Gold; in Belgien ist das freie Prägcrccht für Silberaufgehoben, dem Buchstaben uach auf 12 Millionen beschränkt,