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1857 schlössen dic deutschen BundcSstaatcn, zu denen damalsOesterreich gehörte, einen Mllnzvcrtrag, der noch lange nicht dieDurchführung eines gleichmäßig in allen Stufen herzustellendenUmlnusSmittels zum Gegenstand hatte. Nur innerhalb derdrei den Bund im ganzen beherrschenden Systeme, desThalers, des süddeutschen und des österreichischen Guldens,sollte eine gewisse und verbürgte Uebereinstimmung erzieltwerden. Und was davon ward zur Wahrheit? Der öster-reichische Guldcu, vou dem 45 Stück ans einem Pfund feinSilber geprägt wcrdcu sollten, ward in der Hauptsache —ein Stück Papier. Und als Deutschland nach seiner Neu-gestaltung daran dachte, sich eine wirkliche uud lebensfähigeMünzeinheit zu geben, mußte es froh sein, daß der Kriegvon 18M, beziehungsweise der Prager Friede, jenes uns andic österreichische Geldconfnsion kettende Band einer Mllnz-convcntion durchschnitten hatte; doch nicht, ohne uns einböscö Erbtheil zu hinterlassen. Dic österreichischen Guldcu-stücke, gerade wegen ihrer systematischen Uebereinstimmungmit dem Thalerfuß, wurden ein bedrohliches Element fürdie Rciucrhaltung unsers künftigen Geldumlaufs. Dennwährend dieser ausschließlich auf das Gold begründet, mitdein Silber nur als Scheidemünze und deshalb mir in genauvorgeschriebenen, vom Reiche controlirten und dem ReicheVortheil gebenden Silbcrstückcn versehen werden sollte, bliebenwir dcr Gefahr ausgesetzt, von einem fremden Silberstückaufgesucht zu werden, das unserm Zweimarkstück dem Scheinnach gleich ist, aber ohne unser Zuthun uud zu unserm Nach-theil auswärts fabricirt werden konnte. Der Deutsche Reichs-tag hat sich bekanntlich von diesem Bedenken nicht abhaltenlassen, das Zweimarkstück in die Münzen unsers Systems