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des schweizer Volks zusammensetzt, wird cS nicht miSbilligen,daß die schweizer Bundesregierung sowie ihre Vertreter aufder letzten Müuzeoufcreuz vou 1875 nicht Frankreich denKummer bereiten wollten, die längst vollzogene Nichtigkeitder Lateinischen Münzconventiou offen darzulegen und ihrenStaat frei vom Büudniß zn erklären. Anch die bloßenSympathien haben einen sehr concrcten Werth und einRecht ins Gewicht zu fallen, und uns Deutsche» steht esum so übler an, mit Geringschätzung von ihnen zn reden,als bei unserer ausgezeichneten Ungeschicklichkeit, deren zuerwerben oder anch nur zn erhalten, die Moral der sauernTrauben uns mit bestem Fug entgegengehalten werden köuutc.Aber die schweizer officicllen Actcnstücke selbst machen nichtdas geringste Hehl daraus, daß sie einerseits nicht an denrechtskräftigen Fortbcstand der Lateinischen Münzconventionglauben, und daß sie andererseits wider bessere Ueberzeugungund znm Schaden des Landes die neuen Ucbcrcinkommennntcrzcichnct haben, welche seit 1873 unter dem Namen zwarvon Additioualvcrträgcu zur Lateinischen Mllnzconvcntion von186ö abgeschlossen werden, der Sache nach jedoch nichtsanderes sind als nagelnenc Verträge, ans den Trümmern deralteu errichtet. (Siehe den höchst interessanten „kapport auLonseil lWeral suis^e sur la colM'Lnes Alonstairö desmni^ clö -lg,nvier kt ?övrier l87ö, par I^ein et I<'eLr-lIsl^yA, Oöleguv^ cle lii Luisse".) Wie die Schweizer , so drücktsich Frere-Orban, die größte ökonomische und finanzielleAutorität Belgiens , der langjährige erste Minister der libe-ralen Regierung, der bedeutendste lebende Staatsmann seinesLandes, aus: „Der Lateinische Münzbnnd ist sozusagenfactisch entzwei, vorausgesetzt auch, er bestände noch dem