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über das Verhältniß des auswärtigen Geldes zum iuläudischcn,zum Vergleichen, zum Rechnen. Ein Uebel wird sie nurdurch Kleinstaaterei und die damit zusammenhängende Staatcn-viclhcit, welche zu oft nöthigt, Verschiedenheiten zu berechnen.Besonderes Aergerniß entsteht natürlich, wenn die Miinz-grenzcn im selben Lande liegen, wie dies bis jetzt in Deutsch-land und früher in Italien und der Schweiz der Fall war.
Soll damit gesagt werden, daß die Sicherheit des Geld-vcrkchrs zwischen zwei Ländern gerade auf der Verschieden-heit ihres MünzshstcmS beruhe? daß, je verschiedener dieNamen, Gattungen und Beschaffenheiten ihrer Umlaufsmittelgegeneinander dastehen, desto weniger Schwierigkeiten undOpfer mit dem Austausche verbunden seien?
Nachdem alle Folgerungen aus dem zu Grunde gelegtenSatz zur Ausführung gekommen, wird sichtbar werden, daßhier nichts weniger als der Nutzen der Verschiedenheiten ge-predigt werden soll; vielmehr das Gegentheil: die größteUebergangserleichtcrung, mir gesichert durch diejcuigcSelbstbcschränkung, welche ein Grundgesetz aller Danerbarkcitist. Alles crslicßt aus dem einen Satze, daß Form und Inhaltdes Umlaufsmittels von ebenmäßiger Wichtigkeit für dasselbesind, daß vou bcideu Bestimmungen, Form wie Inhalt, jeglichenach ihren eigenen Anforderungen beschaffen sein muß, keineder andern aufgeopfert werden darf. Alle Misgrisfc in derAnwendung entspringen aus dem Verkennen der Ebenbürtig-keit beider Elemente, daraus, daß bald dieses jenem, baldjenes diesem hintangesetzt wird. Gerade um diese Misgriffcnicht durch theoretische Bcgriffszcrlcguugcu, sondern durchcrfnhruugsmäßigc Anschauung dem Auge nahe zu bringen,haben wir hier die scheinbare Abschweifung über Wcltmnnz-
Bambcrgcr, Rcichsgold. 4,