Druckschrift 
Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

fall entgegenging, regten sich die Volks- und Freihcitsqnack-salber nicht. Erst seitdem wir mit dem Anfang der Umkehr zubesseren Zuständen vermöge der Goldwährung unsern Gcld-organiSmus wieder lebendig und daher auch für Störungenempfindlich gemacht haben, beginnt ihr Geschrei, und sieklagen die heilbringende Wirkung an, statt die böse Ursachezu erkennen.

Bereits vor AuSbruch des französischen Krieges waren dieWcchselcursc Deutschlands so ungünstig geworden, wie iu derersten Hälfte des Jahres 1875 (siehe die Seite 83 gegebene Auf-stcllnng),das heißt: die Abwesenheit von Fordcrnngcn zur Com-pcnsatiou von Schuldcu (ungünstige Handclsbalanz), verbun-den mit erschwerter Beschaffung geeigneter Zahlungsmittelzum auswärtige» Gebrauch (innere Entartung der heimi-schen Währung), hatte den Wcchselcurs der deutschen Han-delsplätze aufs Ausland wesentlich höher hinaufgetrieben alsauf den Paricurs, ja als auf den Paricurs, vermehrt umdie Kosteu der Versendung und Umschmclzung. Aber nie-mand beunruhigte sich darüber. In der Vorstellung derMassen war eine Aufmerksamkeit für diese Dinge überhauptuicht'vorhanden, denn es gab kein Schauspiel, das augen-fällig den Sinnen sich aufdrängte, wie z. B. Goldansfuhr.Selbst die Geschäftswelt blieb sich gauz unklar über dieinnere Natur einer Erscheinuug welche äußerlich zu consta-tireu sie nicht umhin konnte. Als der Wechsel aufs Aus-land immer mehr stieg und immer weniger Miene machte,zu seinem frühern langjährigen und normalen Stand zurück-zukehren, wunderte sich wol dieser und jener über die eigen-thümliche Wendung der Dinge. Aber niemand kam ans denGedanken, sie für eine definitive, u.ud daher für das Shmp-