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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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recht vom Gcsammtgcbicte der Geschäftstätigkeit aussagenhört, daß die Kleinen von den Großen aufgefressen werden.Je weniger die Kleinen spcculircn, desto besser ohne Zweifelfür sie und mithin für die Welt im ganzen. So gur wiedem seit alten Tagen bejammerten Uebel des Krieges vonZeit zu Zeit ein Lobreduer auftaucht, der die fruchtbare undwcltcrhaltcnde Aufgabe der völkcrverhccrcndcn Kämpfe miternst überzeugten Reden lobpreist, so gut läßt sich freilichdes Ticfbcrcchtigtcn vieles auch über den Nutzen der Speku-lation sagen. Beide haben das miteinander gemein, daß siezum regelmäßigen, ruhigen Verlaufe des gesunden Lebensden feindliche» Gegensatz bilden, aber periodisch dem gefähr-lichen Stillstand, der sich ans der Rnhc und Regel entwickelt,mächtig mit nenerndem Stnrmeswchcn entgegenwirken.Schwerlich wird jemals die organisirte Waffengewaltaus dem Organismus der Völkergemeinschaft verschwinden,wie Menschenfreunde predigen, weil das letzte Wort derSchöpfung doch immer das in der eigenen Kraft ruhendeGesetz der Sclbstcrhaltnng bleibt. Ebenso wenig ist anzu-nehmen, daß jemals eine Welt des Verkehrs bestehen werdeohne Spcculation, welche nichts anderes ist als das Ge-setz der ewigen Veränderlichkeit, verwerthet vom Ein-zelnen zu seiner Sclbstcrhaltnng, aber zum Nutzen des Gan-zen. Der Beruf der Spcculation liegt in der Ausgleichungzwischen Gegenwart und Zukunft. Sie stellt, wie ihr Namebesagt (Zpeeulum), das Spiegelbild der künftigen Gestaltungcorrigircnd der heutigen gegenüber. Als Gott dem Pharao den Tranm von den sieben Kühen schickte, ricth cr ihm eineKornspcculation an im Interesse seines Volkes. Dennochbleiben Krieg wie Spcculation immer außerordentliche Phä-