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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
89
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eintritt, so ist das Ucbcl zu Hausc zu suchen. Es gibt keinDing, dessen Bestimmung es so durchaus widerspricht, Ge-genstand der Spcculatiou zu werden, als das Geld. DieseBcstimmuug, allgemeinster und dauerhaftester Maßstab desTauschwcrthcs für alle Gegenstände zn sein, findet geradeihre Verneinung in starker Veränderlichkeit von Moment zuMoment nnd von Ort zu Ort, welche die Voraussetzungaller Speculationcn ausmacht. Die deutsche Münzrcform,indem sie ciu einziges Metall und 'als solches das Goldzum Gcldmaterial machte, hatte gerade und allein diesesZiel im Auge: in dem unveränderlichsten aller hier denk-baren Stoffe die Möglichkeit aller Specnlation auszuschließen;und nichts charaktcrisirt so sehr den Aberwitz als die Ver-muthung, daß diese Neuerung einer Specnlation zu dicncuberufen sei. Umgekehrt liegt der wahre Zweck ihres Daseinsin der Beseitigung desjenigen Zustandes, von welchem dieGcldspceulation sich ernährt.

Aus der Doppelwährung", sagt der schweizer Berichtvon 1875,ergab sich, daß die Privatspcculation, in-dem sie jeweilig das gegenüber dem legalen Verhältniß von15'/2 zu 1 cutwcrthctc Metall zuführte und zwar in will-kürlichen Beträgen, die Beschaffenheit uud Zusammensetzungunsers MttnzumlaufS beherrschte. So sahen wir von 1867bis 1873 für 895 Millionen Fünffrankcnstückc Prägen, wovon307 allein in 1873. Das Verschwinden des Goldes wurdeimmer fühlbarer, die Wirkung der Spcculation immeroffenkundiger" (S. 10 des Berichts).

Die deutschen Geschäftsleute verfielen zu Ende der sech-ziger Jahre der geschilderten Aussassnng, daß in dem Steigendes Wechsels auf Frankreich und England ein Phänomen