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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
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übergroßen Katastrophe, in der es gilt, Farbe zn bekennen,d. h. mit vollwcrthigcm Metall zn zahlen, so schössen wirunaufhaltsam die schiefe Ebene hinab zn der österreichischenPapierwährung. Das merkwürdige Ineinandergreifen ele-mentarer LcbcnSbcdiugnngcn, auf dem die Möglichkeit großerhistorischer Schicksalswcndungcu beruht, hat gewollt, daß derglücklich geführte Krieg uns ucbcu so vielem andern anchalles zugleich verschaffte, was nöthig war zur heilbringende»Umgestaltung unsers ganzen Geld- und Crcditwesens.

Er schuf die höhere politische Lebensform des Reiches, inder allein die Aufforderung znr großgedachtcn Einkehr inunsere hänslichc Wirthschaft lag, und schuf zugleich die ge-setzgeberische Kraft, welche nöthig war, um die thatsächlicheAnwendung der gewonnenen Einsicht zu machen. Er bereitetedazu auch uoch die handgreiflichen Mittel, nm das schwierigegroße Werk dieser Reform praktisch so weit möglich zn er-leichtern, wenu nicht überhaupt möglich zn machen. WenigeTage nach der Schlacht bei Sedan ward in einer Begegnungauf clsässischem Boden zuerst dem Gedanken Ausdruck ge-geben, daß ein günstiger Friede auch rasch benutzt werdenmüsse, die deutsche Mlluzverfassuug ans dcu rationellenBoden zu stellen. Nicht die unmittelbare Goldbcschaffuugdurch Kriegsentschädigung war hierbei ius Auge gefaßt,sondern die Drehung des Verhältnisses, welche Deutschland auf eine Zeit lang zum Gläubiger des Auslandes machennnd seine Wechsclcursc aufs Ausland dergestalt hcrab-drnckcn mnßte, daß eine Ausfnhr seiner ucnznbcschaffcudeuMünze während der empfindlichen UcbcrgangSpcriodc nichtzn befürchten staud. Wenn hier mit einem Wort schon an-gedeutet werden darf, inwieweit die Durchführung unserer