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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
97
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Mttuzrcform im Anfange zn wenig gerade anfs Ziel loSging,so lag dies in dem Einen Punkte, daß die Wichtigkeit dieservorübergehenden Eonstcllation unterschätzt, ihre Dauerhaftig-keit überschätzt wnrdc. Wir werden im letzten Theile nnscrcrAuscinandcrsctznng dieser Untersnchnng ein besonderes Ka-pitel zu widme» haben. (Vgl. die Nnmmcru 19 und 20.)

Also das Glück des große» Krieges war sogar auch derSpcculatiou zu statten gekommen, nm ihr den niedrigenWechselcnrs aufs Ausland herzustellen, aus deu sie sonstvergeblich geharrt hätte. Die Forderung der fünf Milliardenlieferte Material zur Abtragung der internationalen Schulden,zn dercu Bezahlung wir weder CompcusatiouSfordcrungcnnoch Baarmittcl besaßen. Dieser ihnen so günstige Umschlagbewirkte aber natürlich, daß die Spccnlanten nicht gewahrwurden, ans welchem Wege sie bereits ein großes Stückvorangegangen waren. Ja sogar zu der uatürlichcu Strö-mung, die jetzt dadurch hcrvorgctricbcu wurde, daß Deutsch-land bisher Schuldner nunmehr für fünf in kurzerZeit abzuzahlende Milliarden Gläubiger des Auslandeswurde, trat von neuem die verstärkende Wirkung der Spc-cnlation hinzn. Diese veranschlagte den Einfluß, wclchcusowol die Milliardcuschuld als die ZwaugSpapicrwührnngauf den französische» WechselcnrS habe» mnßtc, weit stärker,als späterer Erfahrung gemäß berechtigt war. Nachdem diecombinirte Wirkung beider Elemente iu viel rascherer Zeitaufgesogen wordeu, als wol irgcndjcmand, auch der Skep-tischste in Deutschland und der Sanguinischste in Frankreich ,sich vorgestellt hatte, traten die Strömlingen der alten Zeitenund Verhältnisse wieder in ihre Rechte ein. Mehr infolgenoch der Voraussicht des Rückganges als infolge der

Bambergcr, Rcichsgold. 7