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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
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Stamm-Meter zu schmieden/ der niemals' unter dem Ein-flüsse der Temperatur seine Ausdehnung verändern könnte.Sie ist sich ganz wohl des Gegentheils bewußt. Niemalsist in dem Universum absolute Nuhe, die ewige Bewegungbedingt für alles, ewige Umgestaltung. Aber nichtsdesto-weniger hat diese Wcltcommission ihre erste Anstrengungdarauf gerichtet, eine möglichst wenig veränderliche Substanzzum Rohstoffe ihres Stamm-Meters zu suchen. Und wer'würde jemals für möglich halten, diese Aufgabe in derWeise zu lösen, daß zwei Stamm-Meter aus zwei ver-schiedenen Mctallsnbstanzen nebeneinander gleichberechtigt denMessungen zn Grunde gelegt würden? Hier fiele auch demLaien sofort auf, wie vernunftwidrig wäre, die ewigeVeränderlichkeit aller Dinge, statt sie auf ihr Unvermeid-liches zn beschränken, mit zwei zu multiplieircn.

Gleichwol sott es Weisheit sciu, die Unveränderlichedes GcldwcrthcS dadurch zu verbürgen, daß man ihmzweierlei Grundstoffe mit voller Gleichberechtigung zu Grundelegt! Niemand wird behaupten, daß Gold allein oderTilber allein stets dcu gleichen Werth in der Welt behaupten.Die Geschichte ist da, um das Gegentheil zu beweisen. Aberwie unendlich heißt es das Problem erschweren, wenn manvon der Idee ausgeht, daß die zwei Metalle in ihrer Ver-änderlichkeit stets gleichen Schritt halten, also unter sichunveränderlich sciu werden.

An keinem Dinge der Welt aber rächen sich solche irrige-VoranSsetznngcn so pünktlich und so rasch als gerade amGelde. Es ist bckauut, daß, wo Gelegenheit gegeben ist,unter demselben Namen zweierlei Geld zn verwenden, stetsdas wcrthvollcrc verschwindet und das werthloscrc im Umlauf