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bleibt. Auch hier schwimmt das Leichtere immer oben. DerSatz ist so bewährt aus der Erfahrung aller Zeiten undaller Länder, daß er in voller Kraft gelten müßte, auchwenn er nicht mit einigem Nachdenken sich von selbst be-greiflich machte. Wer unter demselben Namen zweierleiDinge geben kann, wird stets das mindcrwerthige gcbcu.Vollends aber da, wo wie im Gcldvcrkchre der Eigennutz,das MiStraucn und die Gewinnsucht der Negcl nach amschärfsten angespannt sind. Denke man sich die Sache nuretwas grob, uud sie ist mit unbcwasfnctcm Auge täglichsichtbar. Wird jemand in Italien , wo zwischen 20 Frankeniü Gold und zwischen 20 Franken in Papier ein wirklicherPreisunterschied von 2 Franken ist, sich bcikommen lassen,eine Schuld von 20 Franken mit einem gleichnamigen Gold-stück zu bezahlen? Aber ebenso wenig wird der Wissendeohne Unterscheidung zahlen, wenn ein Wcrthuntcrschicd zwi-schen der silbernen und der goldenen Münze besteht, der znrFolge hat, daß ans dem Weltmarkt auch ein Preisunter-schied, auf den jeweiligen Wcrthuutcrschied begründet, zu er-zielen ist. Wenn das eine Metall weniger werth ist alsdas andere, so wird er gerade so zwischen beiden wählen,wie im obigen Falle zwischen Papier uud Metall gewähltwurde. Solange die Unterschiede gering und vorüber-gehend sind, werden sie nnr von den Eingcwcihtcsteu benutzt,aber der Wcltgang sorgt schon dafür, daß bei einiger In-tensität oder Dauer derselben Strömung auch der wenigerEingeweihte zu derselben Methode hingclcitet wird. Indemihm die Wissenden sein mchrwcrthigcs Geld abnehmen undihm mindcrwcrthiges dafür zurücklassen, wird er von selbstin die Lage versetzt, sich zur Erfüllung aller Verbindlich-