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Correcturen, die zwar noch nicht unumstößlich feststehen, abermit großer Wahrscheinlichkeit als zutreffend gelten dürfen.Professor So et beer berechnete, daß in den zur öffentlichenAnzeige kommenden Angaben die Ausfuhr um etwas wie25 Proccut zu niedrig fignrirc, und die von dem kaiserlichenStatistischen Amte angestellten Untersuchungen sind zu dem-selben Ergebniß gelangt.
Doch auch die so berichtigten Ziffern lassen immer nocheinen namhaften Ucbcrschuß der Einfuhr über die Ausfuhrbestehen.*)
Gegen die Bedenken, welche die auch so berichtigte That-sache noch zurückließ, wurde nun des weiter» eine Beschwich-tigung aus der Doctriu beigebracht. Und zwar ganz mitRecht. Die sogenannte ungünstige Handelsbalanz trägtdiesen ihren Namen mit Unrecht. Er ist ein Ucbcrblcibscldes alten McrcantilsystcmS, das in jeder Einfuhr ein Uebelsah. Nicht blos ist es nicht schlimm für ein Land, wenn esmehr Waaren ein- als ausführt, sondern die Mehreinfnhrist das unvermeidliche Merkzeichen seines Gedeihens. Wennes nicht in letzter Instanz mehr Werth ein- als ansführt,so wird es doch klärlich seinen Exporthandel mit Schadenbetreiben; und wenn man einen Blick auf die Statistik derblühendsten Länder wirft, so findet man, daß gerade sie diegrößte Mchrcinfuhr haben, in erster Linie England .
Wenn man sämmtliche Ziffern der Welthandelsstatistik mitein-ander vergleicht, so drängt sich der Gedanke auf, daß überall großeIrrthümer unterlaufen miissen, denn beinahe alle Länder weisenbeträchtlich mehr Ein- als Ausfnhr auf. Man findet als letztesResultat nach allen Seiten hin ein enormes Plus von Mchreinsuhr,für das keine Mehraussuhr auskommt, für das der bloße Handels-gewinn nicht ausreicht.