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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
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ausgedrückt vollzogen. Im Laufe von vier Jahren ist derPreis des Silbers von 61 bis 55'/^), d. h. um etwas mehrals 9 Proccnt, gewichen, oder noch deutlicher ausgedrückt:ein Pfund Gold war Ende Jnni 1875 statt lo^-Mal, wienoch vor vier Jahren, 17 mal soviel werth als ein PfundSilber. Das ist eine gewaltige, eine bisjctzt unerhörte That-sache. So weit die historische Forschung zurückgreift, vorrden ältesten Zeiten AcgyptcnS und Asiens bis heute ist nochniemals der Werth des Silbers, am Golde ge-messen, so niedrig gewesen wie in unsern Tagen.In dem langsamen Rückgänge dieses Metalls, den die Forscherans den ältesten Steintafcln bis auf den heutigen Tag ver-folgen könne», hat diese sinkende WcrthrclatioU drei volleJahrtausende gebraucht, um von dem Verhältniß 12 zu 1 (mirvorübergehenden Deviationen bis zu 11:1) auf das Ver-hältniß von 15'/-. zu 1 hcrabzugchcn, dagegen haben wir imLaufe der letzten vier Jahre die Bewegung von 15^2 Z» 1auf 17 zu 1 erlebt, d. h. der fallende Silbcrwcrth hat invier Jahren 40 Proccnt dcr Gcsammtbahu von 34000 Jahrenzurückgelegt oder die Geschwindigkeit seiner Fallbewcgung hatsich um das Drcihuudcrtfünffachc gesteigert. Die Weltge-schichte kennt keine ähnlich schnelle Entwcrthung der Edel-metalle, wie sic, ganz vereinzelte Intervalle abgerechnet,keinen gleich niedrigen Wcrthstand des Silbers kennt. Selbstdie Zeiten der großen Umwälzung in den Wcrthrelationcn,

*) Bisjctzt die niedrigste londoner Notirung; seitdem ist derPreis wieder bis 56^ (Herbst 1875) gestiegen, vermuthlich nnterdem momentanen Einflüsse einer in den Vereinigten Staaten ange-ordneten Ausprägung silberner Theilnngsmüuzcn.