Druckschrift 
Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
177
Einzelbild herunterladen
 

117

Erst andcrc Erscheinungen mnßtcn hinzukommen, um derWelt zu zeigen, daß wir nichts Anderes gethan hatten,als den richtigen Weg betreten, den Weg, aus dem gan;Europa uns nachfolgen wird. Nicht weil sie ein vereinzelterEntschluß, sondern weil sie der Anfang einer unvermeidlichgewordenen Evolution des Abendlandes war, hat unsere Münz-rcform ihren Einfluß ausgeübt. Sie hatte nur das Verdienst,die erste zu sein, die den richtigen Weg mit Gewißheit er-kannte und zur That erhob.

Wenn die drei skandinavischen Staaten scheinbar nurunser Beispiel befolgt haben, wenn Holland sich zum Goldebekehren mußte, so knüpfen diese Entschlüsse durchaus nichteinseitig an unsern Vorgang au. Sie sind, wie thatsächlich soauch im Bereich der theoretischen Anschauungen, auf andcrcund namentlich ans ältere Manifestationen zurückzuführen.Es ist bekannt, daß die erste große Münzconfcrenz, welcheim Jahre 1865 in Paris zusammentrat, also lange ehe jemandan ciuc Münzrcsorm des Deutschen Reiches denken konnte,sich bereits aufs lebhafteste mit der Frage befaßte, ob nichtdem damals iu Angriff genommenen Vertrage die alleinigeGoldwährung zu Gruude gelegt werden solle. Drei vonden vier Staaten der spätern Convention, Belgien, die Schweiz und Italien , befürworteten lebhaft einen, solchen Entschluß.Nur gewisse theoretische Anschauungen, unterstützt von ge-wissen thatsächlichen Interessen, die auch heute noch maß-gebend sind, widersetzten sich. Im Jahre 1L67 wurden dieConferenzen wegen einer universellen Münzeinignug wiederaufgenommen. Es kam, wie zn erwarten war, hier zu keinemErgebniß, aber ciuc Confcrcnz der Delcgirtcn widmete sichucben der eigentlichen Aufgabe dcö abzuschließende» Vertrags

Bambcrgcr, ReichZgold.