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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
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mindcrwerthigc zurückbleibt, crhob sich hicr zu dcr verhttng-nißvollcn Bedeutung, daß gerade das Object entfloh, mittelsdessen die Neuerung hergestellt werden sollte, und das Objectznrückblicb, in welchem die alte zu übcrwiudcudc Verfassungrnhtc.

Wenn wir zn Eingang dieser Schrift gesehen haben, daßdcr Goldabfluß dcr letzten zwei Jahre nicht durch die Anfängeder Rcichsgoldwährung als etwas Neues herbeigeführt wordenist; wenn wir im wcitcrn Verlauf gesehen haben, daß beidcr cinfachcn Goldwährung dcr Goldabsluß durchaus keinUebel ist, sondern nur eintritt, wenn und soweit die Ueberein-stimmung dcr Preise mit denen dcr Cultnrwelt es fordert,so wird damit dcr Satz nicht angefochten, daß Goldabflußim Moment, da die Silbcrwährung durch Goldwährungersetzt werden soll, ein Uebel sei.

So sind wir an dieser Stelle, nachdem wir alle Stadiendcr Betrachtung durchlaufen, zur Beantwortung dcr Fragegelangt, die wir uns ganz zu Anfang gestellt hatten:

Ob die öffentliche Meinung von einem richtigen oder fal-schen Jnstinct beseelt gewesen, indem sie über den Abflußunserer ncnen Reichsgoldmünzcn sich erschreckte?

Ganz verneinend beantworten können wir diese Fragenicht, trotz allem, was bisher auseinandergesetzt worden ist.Als ganz verkehrt zwar muß zunächst jeder Vorwnrf bezeichnetwerden, insofern er die Reform selbst verwechselte mitdem Schaden, dcr sic bcdrohtc, dicsc dafür verantwortlichmachte, daß sic überhaupt bedroht werden konnte. An sichbetrachtet, kennzeichnet ein so gemeinter Vorwurf sich schonvon selbst als ein vollkommener Widerspruch; dcnu entwederwar die Reform ein wünschenswcrthcs Ziel, dann durfte