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man nicht klagen, daß sie beschlossen worden; oder sie warnicht wünschenswert!), dann durfte man nicht klagen, daß siebedroht sei. Der einzige richtige Standpunkt war also, ent-weder zu sagen, daß man die Reform als etwas zwarWünschenswertes aber Unerreichbares nicht hätte versuchensollen, oder daß man es nicht richtig angefangen, um siedurchzuführen.
Auf deu Einwurf der Unmöglichkeit der Durchführungwird die Antwort erfolgen durch die Thatsache der Durch-führung.
Auf den Einwurf mangelhafter Durchführungsmcthodedarf man nur eingehen, nachdem man mit höchster Sorgfaltdie Schwierigkeit der Aufgabe geprüft hat, die zu lösen war.Niemals vielleicht hat ein großer Staat eine so kühne undso großartige Finanzoperation unternommen, wie das DeutscheReich es mit dieser Reform gethan hat. Die vielgcrllhmtcund auch wohlgeleitctc Beschaffung der französischen Mil-liarden war zu unserm Problem verglichen etwas Leichtes,weil viel Einfacheres. Es hat sich uns ja bereits auf deu ersten Blick gezeigt, daß hier sozusagen der dramatische Con-flict in der Natur der Aufgabe selbst lag. Von der Silber-währnng znr Goldwährung übergehen, das hieß nichts anderesals den Conflict beider Währnngen selbst hcranfbcschwörcn, indem unvermeidlichen Moment, da die eine geschaffen werdenmußte, ehe die andere beseitigt war. Diesen Moment mög-lichst verkürzen, hieß den Conflict selbst auf das Minimumdes Uebels zurückführen. So sehen wir die Vorwürfe, welcheschon nicht mehr dem Gesetz, aber noch der Ausführungs-mcthodc gemacht werden konnten, von vornherein zu einerbloßen Quantitätsfrage herabgedrückt. Ganz zu vermeiden