Die Konferenz von Algeciras
in den Krieg, im Unterhaus gehalten hat, daß schondamals, während der ersten Marokkokrisis, die englisch-französische Entente eine militärische Ausgestaltung er-halten hat. Auf Wunsch des französischen Botschafterserklärte sich Sir Edward Grey damit einverstanden, daßdie beiderseitigen militärischen und maritimen Stabschefsmiteinander in regelmäßig wiederkehrende Beratungeneintreten sollten, deren Zweck die Vereinbarung übereinen gemeinschaftlichen Feldzugsplan gegen Deutsch-land war. Formal wurde die Freiheit der Entschließungfür den Eventualfall, dem diese gemeinschaftlichen Be-ratungen gelten sollten, vorbehalten. Was von diesemVorbehalt materiell zu halten war, hat Sir Edward Greyselbst am 3. August 1914 im Unterhaus dargelegt; erführte damals aus, daß die Vereinbarung für Englandeine moralische Verpflichtung geschaffen habe, Frank-reich zu helfen; er fügte hinzu, daß auf Grund des ineventum vereinbarten Feldzugsplans Frankreich seineFlotte im Mittelmeer konzentriert und damit seine west-lichen und nördlichen Küsten unverteidigt gelassen, d. h.sie der englischen Flotte zur Verteidigung überlassen habe.
Die Abmachung zwischen Sir Edward Grey und demfranzösischen Botschafter über die Zusammenarbeit derbeiderseitigen General- und Admiralstäbe war zunächstnur eine mündliche. Sie wurde in England seinerzeit nurdem damaligen Ministerpräsidenten Sir Henry CampbellBannerman, Lord Haidane und Mr. Asquith mitgeteilt; das
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