Vom Dreibund zum Dreiverband
Eingreifen nach dem den chinesisch-japanischen Kriegbeendigenden Frieden von Shimonoseki im Jahre 1895.In Gemeinschaft mit Rußland und Frankreich setztedamals Deutschland bei dem siegreichen Japan den Ver-zicht auf die ihm im Friedensvertrag zugesprochene Halb-insel Liautung durch. Die Intervention hat in Japan einentiefen Stachel hinterlassen. Wenn für Deutschlands Be-teiligung an dieser Aktion der Wunsch mitgesprochen hat,unsere Beziehungen zu Rußland — die nach der Nicht-erneuerung des RückVersicherungsvertrages, unseren deut-lichen Versuchen einer guten Verständigung mit Englandund dem Abschluß der französisch-russischen Allianz ge-spannt geworden waren — wieder zu verbessern und denZweibund gewissermaßen zu entschärfen, so haben wirzwar, soweit unser Verhältnis zu Japan in Betracht kam,die Kosten dieses Versuchs voll bezahlt, den Zweck jedochnur teilweise und nur vorübergehend erreicht. UnsereEnde 1897 erfolgte Festsetzung in Kiautschou, an die sichkurz darauf die Festsetzung Rußlands in Port Arthur,der Südspitze der Japan wieder entrissenen HalbinselLiautung, und die Festsetzung Englands in Wei-hai-wei an-schlössen, war nicht geeignet, unsere Beziehungen mit Japanzu verbessern. Unsere Niederlassung in Kiautschou, die imoffenbaren Einverständnis mit Rußland auf Grund der ge-meinschaftlichen Aktion von 1895 erfolgte, schuf vielmehreine den Japanern dauernd vor Augen liegende Erinnerung anunser für sie so empfindliches Eingreifen nach Shimonoseki.
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