Französische Politik
auf die Gesamtheit der beiderseitigen Wirksamkeit inder Türkei erstreckten und die Möglichkeit der Aufstellungeines Programms für eine vernünftige, die wirtschaft-lichen Bedürfnisse und die finanzielle Leistungsfähigkeitder Türkei berücksichtigende Arbeitsverteilung im Ausbaudes türkischen Eisenbahnnetzes erörterten. Mit die größteSchwierigkeit bildete die unklare und unbefriedigendeStellung der französischen Gruppe im Bagdadunternehmen.Die französische Gruppe war nach wie vor mit 30 Prozentan dem Unternehmen beteiligt, während die noch kurzzuvor von Herrn Pichon als Minister des Auswärtigen neuverkündete Sperre des französischen Marktes für die Bag-dadwerte ihr die aktive Mitwirkung an der Finanzierungdes Geschäftes unmöglich machte. Ich hatte im Juni 1911in Konstantinopel mit dem neuernannten Generaldirektorder Ottomanischen Bank, Herrn Revoil, früher franzö-sischer Gesandter in Tanger und Botschafter in Madrid,bekannt durch seine scharfe Vertretung des französischenStandpunktes in der Marokkofrage, mehrfache Unter-redungen über diesen Gegenstand. Ich drang dabeiauf eine Klarstellung der französischen Politik imBagdadgeschäft: entweder wolle man die französischeBeteiligung aufrechterhalten, dann müßten die Hinder-nisse einer effektiven französischen Mitwirkung an der Auf-bringung der finanziellen Mittel und die offizielle Gegner-schaft der französischen Regierung gegen das Bagdad-unternehmen beseitigt werden. Oder aber letzteres sei
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