Druckschrift 
Der Waehrungs- und Wahlkampf in den Vereinigten Staaten von Amerika
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

Ankäufe erwartete vollständige Sturz des Silberpreises nicht eintrat,sondern derselbe nur allmählich auf 3132 Pence herunterging undsich mit einzelnen Schwankungen nach oben ziemlich fest auf diesemStandpunkt erhalten hat. Wenn so die Ergebnisse der Bland undShermcm Bills den Erwartungen und Voraussaguugen der Silber-männer nicht entsprochen haben, so ist das finanzielle Resultat der Silber-anküufe für das Schatzamt der Vereinigten Staaten ein noch unbefrie-digenderes gewesen; es lagern dort ungefähr 360 Millionen Dollars,die der Verkehr nicht hat aufnehmen wollen oder können und fürca. 125 Millionen Dollars Silberbarren als Unterlage für ausgegebeneSchatzamtsnotcn. Die für die Ankaufe von Silber verausgabtenca. 464 Millionen Silbcrdollars ergeben gegen den jetzigen Wert desSilbers einen Verlust von ungefähr 160 Millionen Dollars.

Man hätte glauben sollen, daß diese Erfahrungen nicht nur dieamerikanischen Staatsmänner, sondern auch die politischen Parteien vonweiteren Experimenten in der Währungsfrage zurückhalten sollten, aberman hatte dabei nicht mit den Interessen und dem Einfluß der Berg-werkbesitzer und noch weniger mit den Wünschen aller derjenigen ge-rechnet, die von einer Erschütterung oder Zerstörung des bestehendenWährungssystems persönliche oder politische Vorteile erwarten. Wasdie Macht der Bergwerkbesitzer, Individuen wie Gesellschaften, anbe-trifft, so repräsentieren einige fünfzig derselben Kapitalien in Höhe vonzwei Milliarden Mark und es unterliegt keinem Zweifel, daß sie einensehr beträchtlichen Einfluß auf das Zustandekommen der Kundgebungausgeübt haben, welche als der Beginn des für die PräsidentenwahlAusschlag gebenden Kampfes in der Währungsfrage angesehen werdenmnß. Im Januar d. I. veröffentlichte eine Anzahl von meistens demSenat der Vereinigten Staaten angehörigen Silbermännern eine öffent-liche Erklärung, in der als Mittel gegen die herrschende Geschäfts-störung und die Not derFarmer", wenn man willbäuerlichen Grund-besitzer" die Wiedereinführung der freien Ausprägung von Silber aufGrundlage des Verhältnisses von 16 : 1 von Silber zu Gold gefordertwurde. Wenn man den Aussagen der Verfasser dieser ErklärungGlauben schenken darf, so hätte dieselbe in kurzer Zeit zwei MillionenZustimmungen gefunden. Das erste Ergebnis eines derartigen Gesetzeswürde sein, daß jeder, der auf dem Markte Silber im Gewicht einesDollars für 59 Cents nach dem jetzigen Marktpreise des Silbers ge-kauft hat, dasselbe gegen einen ausgeprägten Dollar zum Nennwert von100 Cents eintauschen könnte; von dieser ins Unendliche zu wieder-holenden Manipulation versprechen sich die Erfinder derselben eine Preis-steigerung des Silbers um 100°/« d. h. von dem heutigen Verhältnisvon 32 : 1 vom Silber zum Golde zu einem von 16 : 1, was jaunzweifelhaft für die Silberbergwerkbesitzer einen recht annehmbaren Ge-winn lassen würde, so lange es der Regierung gelänge, den Silber-dollar auf dem bisherigen Nennwert, d. h. 100 Cents zu erhalten.

Dieses Vorgehen der Silbermänner machte es für die republi-