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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Vorwort des Verfassers.

Warenkunde", d. h. des buchhändlerischcn Katalogwescns sowie der Biblio-graphic bis zum Jahre 1764, darstellen.

Der Börsenverein hat sich mit dem Unterzeichneten dagegen vonAnfang an in dem Sinne in Verbindung gesetzt, daß die Vorarbeitennicht weiter und weiter ausgedehnt würden man würde auch sonstschließlich ein Archiv des Archivs für Geschichte des Deutschen Buchhandels,aber keine Buchhandclsgcschichtc erhalten haben, sondern das Werkals Fortsetzung des ersten Bandes auf Grund des vorhandenen Materialsals einheitliches Gcschichtswerk wirklich beendet würde.

Eine Ausfüllung der Lücke mittels einer einerseits nur kürzenden,andrerseits nur leicht ergänzenden Behandlung der genannten Vor-arbeiten war deshalb freilich nicht möglich: sie boten dazu einerseitszu viel, andrerseits zu wenig; und man wird es damit entschuldigenmüssen, daß der erste von dem Unterzeichneten veröffentlichte Fortsctznngs-band später erscheint, als ursprünglich beabsichtigt war. Es war,um überhaupt weiterzukommen, notwendig, einen bestimmten zeitlichenEndpunkt des ersten Bandes festzustellen, auf alles zeitlich Vorher-licgcnde zu verzichten und an diesen deutlich zu kennzeichnenden End-punkt anzuknüpfen. Was aber anzuknüpfen war, das konnte nicht nurin einer Geschichte der Censur, des Katalogwesens und der Bibliographiebestehen. Die Stellen, denen die erwähnten Vorarbeiten zu Grundeliegen, sind in den Anmerkungen angegeben.

Der Abschluß, zu dem der erste Band geführt hat, besteht in demAusblick erstens auf das Ende der Doppelherrschaft der beiden Bücher-messen, den Untergang der Frankfurter, die Alleinherrschaft der LeipzigerBüchermesse; zweitens auf die Entwickclung des Geschäftsverkehrs außerder Messe (vergt. besonders S. 732 fg., 734, 490, 599 und an andernOrten). Das erstcre, die Vorherrschaft der Leipziger Büchcrmcsse, hingvon einem Umstände ab, der, seit langem vorbereitet und seit demWest-fälischcn Frieden aufs augenfälligste hervortretend, für die gesamtedeutsche Geschichte von Bedeutung ist: der fortschreitenden Vcrsclbstän-digung der Staaten und Nationen und innerhalb der deutschen Nationdem wachsenden Übergewicht des norddeutschen und protestantischen überdas süddeutsche und katholische Geistesleben. Das zweite, der Verkehraußer der Messe, ist nur eine Seite des, seinerseits wiederum von deneben bezeichneten Umständen abhängigen, fortschreitenden, moderner,