Neuigkeitsscndung, Konunissionsvcrtrieb. Selbsthilfe des Gelehrten. ?
Erscheinung, die sich selbst in Bezug auf ziemlich umfängliche Werke inunfern Bürgcrkreisen bis tief ins 19. Jahrhundert hinein verfolgenläßt): so zeigte dann der Gelehrte auch auf dem Gebiete des Bücher-bezugs selbständige Rührigkeit. Im zweiten Viertel des 16. Jahr-hunderts gab es in Zwickau allerdings ständige Buchführer (rcsp. Buch-binder)."' Sie waren aber „faul, unachtsam uud verdrösse,,"; durch siewar weder in noch um Zwickau Neues zu erhaltend" Roth verkehrtedeshalb mit den Buchhändlern Wittenbergs, Leipzigs , Magdeburgs,Nürnbergs unmittelbar und schickte vor der Messe z. B. au Lotter inLeipzig, au Schramm in Wittenberg „Rcgisterlein", d. h. feine Bestellungen,die dann vom Buchhändler auf der Leipziger oder Frankfurter Messe ausgeführt wurden.^ Andere gelehrte Büchcrkäufcr in Zwickau, Mylau ,Schnecbcrg (der Zwickauer Cantor Hertel anch aus Meißen , als er dortSchulmeister war), sandte,, ihre Mcßbestellregistcr aber nicht unmittelbarnach Leipzig oder Wittenberg , sondern an Roth'^; dabei gaben sie meistbestimmte Titel an^; zuweilen erteilte,, sie auch mehr oder weniger all-gemeine Aufträge.Übrigens geht daraus nicht hervor, daß auch diebuchhändlerische Probesendung etwa eine der Ausdehnimg dieser Bestel-lungen entsprechende Ausdehnung gehabt habe. Die Auswahl war demvermittelnden Gelehrten anvertraut, und dieser kaufte die Bücher.''" Zu-weilen sandte Roth die Register sehr zeitig ein und erhielt sie mit bei-gefügten Preisvermcrken zurück; das Geld sandten die Besteller häufiggleich bei der Bestellung an Roth.2° Nicht selten reiste Roth selbstzur Leipziger Messe und erledigte die Bestellungen, soweit sie hier zuerledigen waren, persönlich.'^ Und ehe er die Bestellungen erhielt,mußte er so manche Auskunft darüber erteilen, was zur Zeit in Witten-berg oder Nürnberg Neues erschienen sei, und noch auf der Messe er-reichten ihn Bitten, doch ja zu erfragen, „was fünft nciwes vorhanden".^Wie energisch der Gelehrte die mangelnde buchhändlerischc Verbindungvon seiner Seite aus herzustellen suchte, sieht man daran, daß in denzwanziger Jahren der Bürgermeister vou Zwickau die Eiurichtung traf,daß ihm durch Bcrmittelung Roths, der damals in Wittenberg lebte,und Halocmdcrö, damals Studenten in Leipzig , „unterzeitcu" vou Witten-berg aus geschickt würde, „was neues vorhanden": wie das „untcrzciten"etwa gcmeiut war, geht aus dem Hinweis darauf hervor, daß ja zwischcuWittenberg und Leipzig tägliche Botschaft bestehe^; oder daraus, daß