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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Die gedruckte Wochcnzeitung bis 1648.

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druckten Wochenzeitungen einzelner Städte in Jahrgängen oder Wochen-wimmern erhalten oder als bestehend nachweisbar: in den Jahren 16151619 in Frankfurt, Wien, Hamburg, Berlin, Hildesheim ; in denzwanziger Jahren in Nürnberg, Köln, Braunschweig, Rostock, Magdeburg ,Augsburg, München, Hamburg; in Erfurt 1630, in Leipzig 1633. Frank-furt a. M. hatte 1617 zwei, 1619 drei Zeitnngcn, seit 1628 eine Zeitung,seit 1633 wieder zwei Zeitungen; Nürnberg hat 1620, Hamburg um 1635drei Zeitungen; Leipzig hat 1634 zwei, kurz darauf wahrscheinlich drei,1642 zwei Zeitungen, von da bis 1649 infolge schwedischen Verbotskeine Zeitnng. Es waren dieselben Jahrzehnte, in denen auch die erstenausländischen gedruckten Wochenblätter entstanden: die Ximnve tisäinZumi(die spätere Ka^ktts van ^rck>vsi'i>sn) 1605, in Vondon die ^VesKel)'AövvöS üoui Italv ete. 1606, in Amsterdam 1623 der Lonraul, 1631die Pariser Ka^ötts, 1641 die Lissaboucr (^?ew, 1648 der Lineervin Genua . Die meisten der genannten deutschen Blätter haben schon vordem Jahre, in dem sie für uns sichtbar werden, bestanden, wie auch inmehreren Fällen, so in Nürnberg, Leipzig , das Bestehen anderer Zeitungenschon vorher mit Sicherheit anzunehmen ist. Von den soeben aufgezähltenetwa dreißig deutschen Zeitungen wissen wir mit Bestimmtheit vondreizehn, daß sie von Buchdruckern (Wien 1615, Rostock 1625, Magde-burg 1626, Nürnberg und Augsburg 1628, Köln 1630, München 1631,Leipzig zwei 1634, Rostock 1635; vielleicht Frankfurt 1633)oder Buchhändlern (Straßburg 1609, Frankfurt a. M. 1615 und 1619),von drei, daß sie vou Postmeistern herausgegeben wurden «Frankfurt 1617,Köln 1620, Hamburg 1640). Von den übrigen Blättern sind allerWahrscheinlichkeit nach mehrere Uuteruehmungen von Zeitungsschreibern,einige andere von Postmeistern herausgegeben worden. Weder vornoch und noch weniger seit der Begründung der gedruckten Wochcn-zcitungen kann von einem ausschließlichen Rechte Taxisscher oder terri-torialer Post auf die Herausgabe von Zeitungen die Rede sein. Ge-rade in Frankfurt und Leipzig aber wurde auf Veranlassung der Post-meister, die sich an beiden Orten erst nachträglich, eifersüchtig auf dieueue Konkurrenz, in das Druck-ZeitungSuuternehmen eindrängten, vonKaiser (1628) und Kurfürst (1665) der falsche Satz ausgestellt, dieöffentlichen Zeitungen seien der Postanner" und stets so gewesen:ohne daß indes hier wie anderwärts der Buchdrucker und Buchhändler